Ein Influencer-Marketing Manager in Österreich verdient deutlich mehr als viele denken - aber auch deutlich weniger als die Social-Media-Mythen suggerieren. Es geht nicht um einen Job mit Luxusurlauben und kostenlosen Handys, sondern um eine komplexe, datengetriebene Rolle, die zwischen Kreativität, Verhandlungsgeschick und Zahlenkunst balanciert. Wer in diesem Bereich arbeitet, muss nicht nur wissen, wie man einen Post plant, sondern auch, warum er funktioniert - und was er wert ist.
Wie viel verdient ein Influencer-Marketing Manager in Österreich?
Im Jahr 2026 liegt das durchschnittliche Jahresgehalt eines Influencer-Marketing Managers in Österreich zwischen 45.000 und 75.000 Euro. Das ist kein Fixwert - es hängt von drei Faktoren ab: Erfahrung, Branche und Unternehmensgröße.
Ein Einsteiger mit einem Bachelor-Abschluss und zwei Jahren Praxis in einer mittelständischen Firma verdient meist zwischen 38.000 und 48.000 Euro. Wer schon drei bis fünf Jahre Erfahrung hat, arbeitet in einem größeren Unternehmen - etwa einem Konsumgüterhersteller wie L’Oréal Österreich oder Red Bull - und führt mehrere Kampagnen gleichzeitig, liegt bei 55.000 bis 70.000 Euro. Top-Manager in internationalen Konzernen mit Sitz in Wien, die über Budgets von mehr als einer Million Euro verfügen, kommen auf bis zu 90.000 Euro, manchmal sogar höher.
Das Gehalt unterscheidet sich auch je nach Branche. Ein Manager im Beauty-Bereich, der mit TikTok- und Instagram-Content arbeitet, verdient oft mehr als einer im B2B-Sektor, der LinkedIn-Influencer vermittelt. Warum? Weil der Einfluss von Beauty-Influencern direkt an den Umsatz gekoppelt ist. Ein einzelner Post kann Tausende von Produkten verkaufen - und das lässt sich messen. Im B2B-Bereich ist der Einfluss langsamer, schwerer zu quantifizieren - und daher oft schlechter bezahlt.
Was macht ein Influencer-Marketing Manager eigentlich?
Viele denken, ein Influencer-Marketing Manager sucht Influencer, schickt ihnen kostenlose Produkte und wartet auf Likes. Das ist ein Irrtum. Die echte Arbeit beginnt, nachdem der Post online ist.
Ein guter Manager:
- Analysiert Zielgruppen mit Tools wie HypeAuditor oder Socialbakers, um zu wissen, wer wirklich mit dem Produkt interagiert - nicht nur wer viele Follower hat.
- Verhandelt Verträge mit Influencern, die klare KPIs enthalten: Reichweite, Engagement-Rate, Conversion, Klicks auf den Link.
- Erstellt Content-Pläne, die zur Marke passen - nicht nur zur Stimmung des Influencers.
- Trackt die Kampagnenleistung mit UTM-Parametern, Google Analytics und eigenen Dashboards.
- Erstellt monatliche Berichte für das Marketing-Team und die Geschäftsleitung - mit klaren Aussagen wie: „Die Kampagne mit Sarah M. hat 12.000 Klicks generiert, 870 Käufe und einen ROI von 5,3.“
Das ist kein Job für jemanden, der nur gerne Instagram scrollt. Es ist ein Job für jemanden, der Zahlen liebt, aber auch versteht, wie Emotionen funktionieren.
Wie sieht der Arbeitsalltag aus?
Ein typischer Tag beginnt nicht mit einem Fotoshooting, sondern mit einer Morgen-Review: Welche Posts aus der vergangenen Woche haben überdurchschnittlich gut abgeschnitten? Warum? Hat der Influencer die Hashtags richtig gesetzt? Gab es negative Kommentare? Wer hat auf den Link geklickt - und woher?
Danach folgt die Kommunikation: E-Mails an Influencer, die ihre Verträge unterschreiben wollen. Telefonate mit Agenturen, die neue Creator vorschlagen. Meetings mit dem Produktteam, um zu klären, was wirklich vermarktet werden soll - nicht was cool aussieht, sondern was funktioniert.
Am Nachmittag wird analysiert: Welche TikTok-Videos haben die höchste Retention? Welche Instagram-Reels wurden am häufigsten gespeichert? Wer sind die Mikro-Influencer, die trotz nur 5.000 Followern eine Engagement-Rate von 8 % haben? Das sind oft die wertvollsten Partner - weil ihre Community ihnen wirklich vertraut.
Abends? Manchmal ein Event. Ein Dinner mit einem lokalen Influencer aus Graz oder Linz. Aber nicht, um zu feiern - sondern um zu hören, wie die Leute wirklich über die Marke denken. Das ist der wichtigste Teil des Jobs: zuhören.
Was braucht man, um diesen Job zu bekommen?
Ein Studium in Marketing, Kommunikation oder Medienwissenschaft hilft - ist aber nicht notwendig. Viele erfolgreiche Influencer-Manager haben erst nach dem Studium angefangen, selbst als Influencer zu arbeiten. Sie haben gelernt, wie es von innen funktioniert.
Wichtige Fähigkeiten:
- Datenanalyse: Du musst Google Analytics, Meta Business Suite und TikTok Analytics lesen können - nicht nur schauen.
- Verhandlungsgeschick: Influencer sind keine Kunden, aber auch keine Freunde. Du musst fair, aber bestimmt verhandeln - und wissen, wann du nein sagen musst.
- Kreativität mit Struktur: Du kannst nicht einfach „mach mal was cooles“ sagen. Du musst klare Briefings schreiben: „Der Post soll zeigen, wie das Produkt den Alltag vereinfacht - nicht, dass es schön aussieht.“
- Netzwerk: Wer kennt wen? Wer arbeitet mit welcher Agentur? Wer hat eine echte Community? Das ist kein Geheimnis - aber es braucht Zeit, aufzubauen.
Ein guter Weg in den Job: Fang an, als Freelancer für kleine lokale Marken zu arbeiten. Mache drei Kampagnen mit Mikro-Influencern in Graz oder Salzburg. Dokumentiere die Ergebnisse. Das ist dein Portfolio - und das ist wertvoller als ein Abschluss.
Wo arbeiten Influencer-Marketing Manager in Österreich?
Die meisten Jobs sind in Wien, Graz und Linz zu finden - aber nicht nur in Agenturen. Große Unternehmen wie OMV, Spar, Raiffeisen oder die Österreichische Post haben eigene Social-Media-Teams mit festen Stellen für Influencer-Marketing.
Agenturen wie MediaCom Österreich, Prophet oder Impact suchen regelmäßig nach Managern. Aber auch Startups im Bereich Health & Beauty oder E-Commerce - besonders solche, die über Shopify laufen - brauchen diese Expertise.
Interessant: In den letzten zwei Jahren hat sich die Nachfrage nach Influencer-Managern in Österreich mehr als verdoppelt. Vor 2022 war es noch ein Nebenjob im Marketingteam. Heute ist es eine eigene Abteilung - mit eigenem Budget und eigener Verantwortung.
Wie entwickelt sich der Markt?
2026 ist ein Wendepunkt. Die Ära der großen Influencer mit 500.000 Followern und 0,5 % Engagement geht zu Ende. Die Zukunft gehört den Mikro- und Nano-Influencern - mit 1.000 bis 20.000 Followern, aber hoher Authentizität.
Ein Beispiel: Ein österreichischer Fitness-Coach mit 8.000 Followern auf Instagram, der in Graz lebt, hat eine Engagement-Rate von 9,2 %. Seine Follower kaufen, weil sie ihn kennen - nicht weil er Werbung macht. Ein großer Name mit 200.000 Followern und 1,1 % Engagement bringt weniger Umsatz.
Das bedeutet: Manager müssen heute nicht mehr nach Stars suchen, sondern nach echten Menschen mit echter Reichweite. Das macht den Job komplexer - aber auch nachhaltiger.
Zudem wird die Regulierung strenger. Ab 2026 müssen alle Werbe-Posts in Österreich klar als „Werbung“ oder „#ad“ gekennzeichnet sein - und die Aufsichtsbehörden prüfen systematisch. Wer das ignoriert, riskiert hohe Strafen. Ein guter Manager kennt die Rechtslage - und sorgt dafür, dass alles legal bleibt.
Was ist der größte Fehler, den Manager machen?
Der häufigste Fehler: Sie verkaufen den Einfluss, nicht das Ergebnis.
Ein Manager sagt: „Wir haben mit 15 Influencern zusammengearbeitet.“ Das ist ein Output - kein Erfolg.
Ein guter Manager sagt: „Wir haben mit 12 Influencern zusammengearbeitet, die eine durchschnittliche Engagement-Rate von 7,1 % hatten. Die Kampagne hat 2.300 Käufe generiert - 18 % mehr als im Vorjahr. Der ROI lag bei 4,8.“
Das ist der Unterschied zwischen einem Job, der nur schön klingt - und einem Job, der Geld verdient.
Wie sieht die Zukunft aus?
In fünf Jahren wird es keine „Influencer-Marketing Manager“ mehr geben - nur noch „Social Impact Managers“. Der Fokus verschiebt sich von Reichweite zu Vertrauen, von Likes zu Loyalität, von Einmal-Kampagnen zu langfristigen Beziehungen.
Die besten Manager arbeiten nicht mit 50 Influencern im Jahr - sondern mit 10, die sie jahrelang begleiten. Sie entwickeln gemeinsam Produkte. Sie bringen sie auf den Markt. Sie werden Teil der Marke.
Das ist die Zukunft. Und wer heute lernt, wie man echte Beziehungen baut - nicht nur Posts plant -, wird nicht nur gut verdienen. Er wird unersetzlich sein.
Wie hoch ist das Gehalt für einen Einsteiger im Influencer-Marketing in Österreich?
Ein Einsteiger mit einem Bachelor-Abschluss und zwei Jahren Praxis verdient in Österreich zwischen 38.000 und 48.000 Euro brutto pro Jahr. In kleineren Unternehmen oder Startups liegt das Gehalt oft am unteren Ende, in großen Konzernen wie Red Bull oder L’Oréal schon etwas höher.
Braucht man ein Studium, um Influencer-Marketing Manager zu werden?
Nein, ein Studium ist nicht zwingend nötig. Viele erfolgreiche Manager haben erst durch eigene Erfahrung als Influencer oder Freelancer gelernt, wie der Markt funktioniert. Wichtig sind praktische Fähigkeiten: Datenanalyse, Verhandlung, Content-Planung und Ergebnisorientierung.
Welche Tools nutzen Influencer-Marketing Manager in Österreich?
Häufig verwendete Tools sind HypeAuditor, Socialbakers, Meta Business Suite, TikTok Analytics, Google Analytics und UTM-Parameter für Tracking. Einige nutzen auch spezialisierte Plattformen wie Upfluence oder AspireIQ, besonders in größeren Unternehmen.
Ist Influencer-Marketing in Österreich reguliert?
Ja, seit 2024 gilt in Österreich die EU-Verordnung für digitale Werbung. Alle Posts, die als Werbung gekennzeichnet werden müssen, müssen klar als „Werbung“ oder „#ad“ markiert sein. Die Aufsichtsbehörden prüfen regelmäßig - und Strafen können bis zu 20.000 Euro betragen.
Warum verdienen Mikro-Influencer heute mehr als große Stars?
Mikro-Influencer haben eine höhere Engagement-Rate und stärkere Vertrauensbeziehungen zu ihrer Community. Ein Influencer mit 8.000 Followern und 8 % Engagement bringt oft mehr Verkäufe als einer mit 200.000 Followern und 1 % Engagement - weil seine Follower ihn als authentisch empfinden.
Silje Løkstad
Januar 11, 2026 AT 18:06OMG this is SO true 😍 The ROI calculus alone is a full-time job - HypeAuditor + UTM + engagement decay curves? I’m literally crying. Most brands still think 100K followers = instant sales. Bro, my last campaign with a 12K-follower fitness coach in Linz had a 9.4% ER and 2.1x ROI over the macro-influencer who ‘went viral’ with 0.8% and 12 sales. #DataOverHype
Stefan Lohr
Januar 12, 2026 AT 11:16Die Verwendung von „ROI“ ohne Definition ist unprofessionell. ROI steht für Return on Investment, nicht für „Return on Interaction“ oder irgendein Marketing-Slang. Außerdem: „Engagement-Rate“ ist kein validierter KPI, wenn nicht die Reichweite normalisiert wird. Und warum wird „Klicks“ mit „Käufen“ gleichgesetzt? Kein Attribution-Modell erwähnt. Unakzeptabel.
Elin Lim
Januar 13, 2026 AT 20:21Es geht nicht um Zahlen. Es geht darum, ob jemand noch glaubt, was er sagt.
Die meisten Manager verkaufen Illusionen. Die echten Helden sind die 8000-Follower-Leute, die ihre Community nicht verkaufen - sondern beschützen.
INGEBORG RIEDMAIER
Januar 14, 2026 AT 19:58Ich möchte ergänzen, dass die Implementierung von GDPR-konformen Tracking-Mechanismen in Influencer-Kampagnen eine essenzielle Compliance-Anforderung darstellt, die oftmals unterschätzt wird. Die Verwendung von UTM-Parametern muss mit ausdrücklicher Einwilligung der Nutzer erfolgen, insbesondere bei der Verarbeitung von Standort- und Verhaltensdaten. Eine unzureichende Dokumentation kann zu erheblichen rechtlichen Konsequenzen führen, nicht nur in Österreich, sondern im gesamten EWR. Empfehlenswert ist die Einbindung eines Datenschutzbeauftragten bereits in der Planungsphase.
Koen Punt
Januar 15, 2026 AT 05:00Typisch österreichisch: 75k Euro? Pfft. In Berlin oder Zürich verdient man mindestens 110k, wenn man nicht mit einem 2M€ Budget arbeitet. Und wer nur mit Mikro-Influencern arbeitet, ist ein Manager der dritten Klasse. Die echten Player haben Verträge mit Top-Tier-Talenten, die eigene Kollektionen lancieren. Das hier ist ein Blogpost für Leute, die noch nie ein Influencer-Contract signiert haben.
Harry Hausverstand
Januar 16, 2026 AT 04:37Ich hab das letzte Jahr als Freelancer für drei lokale Bäckereien in Salzburg gemacht. Kein Budget, kein Team. Nur Handys, Google Sheets und ein bisschen Vertrauen. Einer der Influencer war ne 17-jährige, die jeden Tag ihre Brotzeit postet. Hat 2.300 Verkäufe gebracht. Kein HypeAuditor nötig. Nur ehrlich sein. Und zuhören. Das ist der Job. Nicht die Tools.
Stephan Lepage
Januar 16, 2026 AT 09:21ich find das alles mega krass aber irgendwie auch voll übertrieben also wer hat zeit das alles zu tracken und zu analysieren ich mein ich schick einfach nen post raus und hoffe das es klappt no? und die leute mit 5k followern die sind doch nur weil sie nett sind oder so nicht weil sie irgendwas cool machen also ich find das alles ein bisschen zu ernst genommen
Erica Schwarz
Januar 16, 2026 AT 11:21Ich hab vor zwei Jahren mit einem kleinen Influencer aus Graz angefangen. Er hat mir gesagt: „Ich will nicht verkaufen. Ich will, dass die Leute sich wohlfühlen.“
Wir haben dann zusammen ein Brot entwickelt. Kein Werbe-Post. Kein #ad. Nur eine Geschichte. Und jetzt ist es sein Lieblingsbrot. Und es verkauft sich wie warme Semmeln.
Manchmal ist der größte Erfolg, wenn du gar nichts messen musst.