Wenn du in Österreich als Marke, Small Business oder Creator auf Instagram Kooperationspartner suchst, dann weißt du: Es geht nicht nur darum, die meisten Follower zu haben. Es geht darum, die richtigen Leute zu finden - Menschen, die zu deinem Publikum passen, authentisch wirken und wirklich mit dir zusammenarbeiten wollen. Viele versuchen, einfach nach großen Influencern zu suchen. Das funktioniert selten. Die meisten kleinen und mittelgroßen Marken haben bessere Ergebnisse mit Mikro-Influencern, die zwar weniger Follower haben, aber viel engagiertere Communities.
Was macht einen guten Kooperationspartner aus?
Ein guter Partner ist nicht der mit den meisten Likes. Ein guter Partner ist der, der:- Sein Publikum kennt und versteht
- Authentisch mit Produkten oder Dienstleistungen umgeht
- Regelmäßig postet und Interaktionen fördert (Kommentare, DMs, Stories)
- Seinen Stil nicht für jede Kooperation verändert
- Werte teilt, die auch deine Marke vertritt
Ein Influencer mit 5.000 Followern, die jeden Post kommentieren, bringt dir mehr als jemand mit 50.000 Followern, dessen Kommentare nur aus Emojis bestehen. In Österreich ist das besonders wichtig: Die Community ist klein, aber eng verknüpft. Wenn du einen Partner wählst, der nicht glaubwürdig wirkt, merkt das deine Zielgruppe sofort - und das schadet dir mehr, als es hilft.
Wo suchst du nach potenziellen Partnern?
Die meisten Leute suchen nur über die Instagram-Suche nach Hashtags wie #influencerat oder #cooperationat. Das ist ein Anfang, aber nicht der beste Weg. Hier sind drei effektivere Methoden:- Deine eigenen Follower analysieren: Wer kommentiert deine Posts? Wer teilt deine Stories? Wer schreibt dir DMs mit Fragen oder Angeboten? Diese Leute sind schon interessiert - du musst sie nur ansprechen. Manche haben bereits eine eigene Community und suchen nach Kooperationen.
- Wettbewerber beobachten: Welche Influencer arbeiten mit ähnlichen Marken in Österreich zusammen? Gehe zu den Profilen von Konkurrenten, schau dir ihre letzten Posts an und klicke auf die Tags. Du findest so Leute, die bereits erfolgreich kooperieren - und die du direkt ansprechen kannst.
- Regionale Hashtags nutzen: Nutze nicht nur #influencerat, sondern auch Ortsbezogene Hashtags wie #influencerwien, #influencergraz, #influencersalzburg oder #oesterreichischebrands. Diese sind oft weniger überlaufen und führen zu echten lokalen Kontakten.
Ein Beispiel: Eine Wiener Bio-Kosmetik-Marke suchte nach Kooperationspartnern. Sie schaute sich an, wer ihre Konkurrenten in Salzburg und Linz unterstützte. Dabei fand sie drei Influencer mit jeweils 3.000-8.000 Followern, die alle in ihrer Region lebten, regelmäßig über nachhaltige Produkte sprachen und ihre Follower aktiv einbezogen. Diese drei Kooperationen brachten mehr Umsatz als eine einzige mit einem Influencer aus Deutschland, der keine Verbindung zu Österreich hatte.
Wie kommst du an die richtigen Kontaktdaten?
Die meisten Influencer haben keine E-Mail-Adresse auf ihrem Profil. Das ist normal. Du musst also clever sein. Hier ist, wie du es machst:- Erste Annäherung über DM: Schreibe keine generische Nachricht wie „Hallo, wollen wir zusammenarbeiten?“. Lies dir zuerst die letzten drei Posts durch. Zeige, dass du dich wirklich mit ihrem Content beschäftigt hast. Beispiel: „Hi Lena, dein Post über die nachhaltigen Zahnpasten hat mich echt beeindruckt - besonders wie du die Wirkung mit deiner Tochter getestet hast. Wir haben eine ähnliche Linie mit biologisch abbaubaren Produkten und würden uns freuen, wenn du sie ausprobierst.“
- Verwende Instagram-Story-Features: Manche Influencer haben einen Link in ihrer Bio, der zu einer Landingpage führt - oft mit einem Formular für Kooperationen. Wenn du keinen findest, nutze die „Frage“-Funktion in deiner eigenen Story: „Was würdest du von einer Kooperation mit [deine Marke] halten?“ - und warte auf Antworten.
- LinkedIn oder Webseiten prüfen: Viele Influencer in Österreich haben neben Instagram auch eine Website oder ein LinkedIn-Profil. Dort steht oft eine E-Mail-Adresse oder ein Kontaktformular. Nutze das. Es wirkt professioneller und zeigt, dass du ernsthaft bist.
Wie formulierst du ein Angebot, das angenommen wird?
Ein gutes Angebot enthält drei Dinge: Wert, Klarheit und Flexibilität.Vermeide Sätze wie „Wir geben dir kostenloses Produkt und du postest es.“ Das klingt nach Ausbeutung. Stattdessen sag:
- Was du gibst: „Wir schicken dir unseren neuen Lippenbalsam in deiner Lieblingsnote - und du bekommst 100 € Aufwandsentschädigung.“
- Was du erwartest: „Du postest einen Feed-Post mit drei Bildern und zwei Stories innerhalb von zwei Wochen.“
- Warum es passt: „Deine Follower lieben nachhaltige Beauty-Produkte - genau wie wir. Das ist eine echte Übereinstimmung.“
Und gib ihnen Raum: „Du entscheidest, wie du es gestaltest - wir vertrauen auf deinen Stil.“ Das macht den Unterschied. Influencer arbeiten nicht für Marken. Sie arbeiten mit Marken, die sie respektieren.
Was du vermeiden solltest
Hier sind die drei häufigsten Fehler, die du unbedingt vermeiden musst:- Massen-DMs: Wenn du 100 Leuten dieselbe Nachricht schickst, merkt das jeder. Du wirkt nicht authentisch - du wirkt wie ein Bot.
- Keine Rückmeldung: Wenn du jemanden ansprichst und keine Antwort bekommst, warte eine Woche. Dann schicke eine kurze, freundliche Nachfrage. Wenn danach immer noch nichts kommt - lass es gut sein. Drängen bringt nichts.
- Keine Vereinbarung: Selbst wenn es nur eine WhatsApp-Nachricht ist: Kläre vorher, was du bekommst und was du gibst. Schriftlich. Sonst gibt es später Missverständnisse. „Ich dachte, du postest drei Stories“ - „Nein, ich dachte, du willst nur einen Post.“ Das zerstört Beziehungen.
Wie du langfristige Beziehungen aufbaust
Einmalige Kooperationen sind gut. Langfristige Partnerschaften sind besser. Die meisten erfolgreichen Marken in Österreich haben 3-5 regelmäßige Influencer-Partner, mit denen sie über Monate oder Jahre zusammenarbeiten.Wie baust du das auf?
- Zeige Wertschätzung: Danke persönlich. Teile ihren Post in deinen Stories. Kommentiere mit einem echten Satz, nicht nur „Danke!“
- Erstelle eine kleine Community: Lade deine Partner zu einem virtuellen Treffen ein - vielleicht über Zoom. Erzähle ihnen von deinem nächsten Produkt. Lass sie Feedback geben. Das fühlt sich an wie Teamarbeit, nicht wie Auftrag.
- Erweitere die Zusammenarbeit: Nach der ersten Kooperation: „Möchtest du auch an unserem neuen Newsletter mitwirken?“ oder „Könntest du einen Reel mit deiner Familie drehen?“ - das zeigt, dass du an einer Beziehung interessiert bist, nicht nur an einem Post.
Ein Beispiel: Eine Kaffeerösterei in Innsbruck arbeitete mit drei Influencern zusammen. Nach sechs Monaten lud sie sie zu einem Röst-Workshop ein - mit Kaffee, Snacks und einem Gespräch über zukünftige Ideen. Drei davon wurden zu festen Partnern. Einer davon hat seit zwei Jahren fast jedes neue Produkt vorgestellt - und hat dabei mehr neue Kunden gebracht als alle Facebook-Anzeigen zusammen.
Wie du den Erfolg messen kannst
Du kannst nicht alles messen. Aber du kannst die wichtigsten Dinge tracken:- Engagement-Rate: Wie viele Likes und Kommentare bekommt der Post im Vergleich zu den anderen Posts des Influencers? Ein Wert über 5 % ist stark.
- Clicks auf deinen Link: Nutze einen Trackable Link (z. B. Bitly oder UTM-Parameter). So siehst du, wie viele Leute von ihrem Post zu dir gekommen sind.
- Neue Follower: Prüfe, ob du nach dem Post mehr Follower hast - besonders aus der Region, wo der Influencer lebt.
- DMs und Anfragen: Steigt die Zahl der Nachrichten mit Fragen nach deinem Produkt? Das ist ein klarer Hinweis auf Erfolg.
Wenn du nach drei Kooperationen keine klaren Ergebnisse siehst, dann hast du entweder die falschen Partner gewählt - oder dein Angebot ist nicht attraktiv genug. Dann ändere deine Strategie. Nicht deine Ziele.
Was du als nächstes tun kannst
Starte heute. Wähle drei Influencer aus, die dir wirklich gefallen. Lies ihre letzten drei Posts. Schreibe drei persönliche DMs - keine Kopie, jede individuell. Warte eine Woche. Schau, wer antwortet. Dann folge dem Prozess.Es ist kein Geheimnis. Es ist Arbeit. Aber die richtige Arbeit. In Österreich zählt Vertrauen mehr als Reichweite. Und wer das versteht, findet nicht nur Kooperationspartner - sondern echte Verbündete.
Wie viel kostet eine Instagram-Kooperation mit einem Mikro-Influencer in Österreich?
Die Kosten variieren je nach Reichweite und Engagement. Ein Influencer mit 2.000-5.000 Followern und hoher Interaktion verlangt meist zwischen 50 und 150 Euro pro Post, oft inklusive Produkt und Storys. Bei 10.000-20.000 Followern liegt der Preis zwischen 200 und 500 Euro. Wichtig: Manche akzeptieren auch nur Produkt im Austausch - besonders wenn sie deine Marke wirklich mögen. Aber bezahle immer fair. Wer zu wenig zahlt, bekommt wenig Engagement.
Sollte ich immer einen Vertrag abschließen?
Ein schriftlicher Vertrag ist nicht immer nötig - aber eine klare Vereinbarung schon. Eine WhatsApp-Nachricht mit den wichtigsten Punkten (Post-Typ, Frist, Zahlung, Nutzungsrechte) reicht aus, solange beide zustimmen. Für größere Kooperationen oder wenn du das Content-Recht nutzen willst (z. B. für Werbung), solltest du einen kurzen Mail-Vertrag mit den Bedingungen senden. Das schützt dich und den Influencer vor Missverständnissen.
Wie finde ich Influencer, die wirklich zu meiner Marke passen?
Schau nicht nur auf die Follower-Zahl. Lies die Kommentare. Gehen sie auf das Produkt ein? Sind sie ernsthaft oder nur „Nice!“? Schau dir an, welche anderen Marken der Influencer schon beworben hat - passen die zu deiner Positionierung? Wenn du eine vegane Kosmetikmarke bist, aber der Influencer gerade eine Fleischwerbung gepostet hat, dann passt er nicht. Authentizität zählt mehr als Zahlen.
Kann ich auch mit kleinen Accounts ohne Followers starten?
Ja - und das ist oft die beste Strategie. Ein Account mit 500 Followern, die alle jeden Post kommentieren und teilen, ist wertvoller als ein Account mit 20.000 Followern, von denen keiner reagiert. Viele kleine Creator sind motiviert, mit neuen Marken zu arbeiten, weil sie noch keine großen Kooperationen hatten. Du kannst ihnen helfen, ihre Community aufzubauen - und sie helfen dir, dich lokal zu etablieren. Es ist eine Win-Win-Situation.
Wie oft sollte ich mit demselben Influencer kooperieren?
Einmal pro Quartal ist eine gute Regel. Zu oft wirkt es wie Werbung, zu selten wie Vergessen. Wenn der Influencer deine Marke wirklich mag, kannst du auch kleinere Aktionen vorschlagen: z. B. eine Story mit einem Gewinnspiel, eine Live-Session oder eine Produkttest-Reihe. So bleibt die Zusammenarbeit frisch und authentisch - ohne zu überlasten.
Helga Goldschmidt
Januar 31, 2026 AT 11:39Ich hab das letzte Mal mit nem Mikro-Influencer aus Linz zusammengearbeitet. 4.000 Follower, aber jede Story hat 300+ Interaktionen. Der Post hat uns 120 neue Kunden aus Wien gebracht. Kein Vergleich zu denen mit 50k, die nur Emoji-Comments kriegen.
Nadja Blümel
Februar 1, 2026 AT 12:09Ich hab’s versucht. Hat nicht funktioniert. Zu viel Arbeit für zu wenig Return.