Wenn du auf YouTube 1 Million Klicks hast, denkst du vielleicht: Das ist viel Geld. Aber wie viel ist das wirklich? Die Antwort ist nicht einfach. Es hängt davon ab, wer du bist, wo deine Zuschauer sitzen, was du machst und wie deine Videos monetarisiert sind. Viele Influencer in Österreich glauben, sie verdienen 100 Euro pro 1.000 Klicks. Das ist ein Mythos. Die Realität sieht anders aus.
Was ist ein Klick auf YouTube?
Ein Klick ist nicht dasselbe wie eine Ansicht. YouTube zählt eine Ansicht, wenn jemand mindestens 30 Sekunden lang dein Video anschaut - oder es komplett abschließt, wenn es kürzer ist. Ein Klick im Alltagssprachgebrauch ist oft nur ein Klick auf das Thumbnail. Aber YouTube zahlt nicht für Thumbnails. Es zahlt für Ansichten, und nur für solche, die auch werbefähig sind.
Wenn du 1 Million Klicks auf dein Thumbnail hast, aber nur 200.000 davon echte Ansichten werden, dann zählt nur die 200.000. Und selbst dann: Nicht jede Ansicht bringt Geld. YouTube filtert falsche Klicks, Bots, Wiederholungen und Nutzer aus Ländern, in denen keine Werbung geschaltet wird. In Österreich sind die meisten Nutzer werbefähig, aber wenn deine Zuschauer aus Indien, Brasilien oder der Türkei kommen, ist die Einnahme pro Ansicht oft nur ein Bruchteil.
Wie viel zahlt YouTube pro Ansicht?
YouTube zahlt nicht pro Klick. Es zahlt pro 1.000 Ansichten - das nennt man CPM (Cost Per Mille). Der durchschnittliche CPM in Österreich liegt zwischen 1,50 und 4,50 Euro. Das ist kein fester Wert. Es hängt von der Nische ab. Ein Video über Finanzen oder Versicherungen in Österreich bringt oft 4 bis 7 Euro CPM, weil Unternehmen viel für diese Zielgruppe ausgeben. Ein Gaming-Video oder ein Kochvideo kann nur 1 bis 2 Euro bringen.
Ein Influencer aus Graz, der Tech-Reviews macht, hat im letzten Jahr einen CPM von 3,80 Euro erreicht. Seine 1 Million Ansichten brachten ihm 3.800 Euro. Ein anderer Influencer, der Reisevideos mit viel Tourismus-Werbung macht, kam auf 5,20 Euro CPM - also 5.200 Euro. Aber ein Musik-Channel mit jungen Zuschauern aus Deutschland und Österreich, der kaum Werbung schaltet, kam nur auf 1,10 Euro CPM. Das sind 1.100 Euro.
Warum ist der CPM so unterschiedlich?
YouTube gibt Werbung aus, die zu deinem Publikum passt. Wenn deine Zuschauer 18- bis 35-Jährige sind, die in Österreich wohnen, viel online einkaufen und Interesse an Autos, Technik oder Finanzen haben, dann zahlen Werbetreibende mehr. Wenn deine Zuschauer Kinder sind oder aus Ländern mit niedrigem Werbebudget kommen, dann ist der CPM niedrig.
Die Branche nennt das audience quality. Ein Kanal mit 100.000 Zuschauern aus Österreich, der sich auf Haushaltsgeräte spezialisiert, verdient mehr als ein Kanal mit 500.000 Zuschauern aus Indien, der nur Gaming-Clips hochlädt. Die Zahl der Ansichten zählt nicht allein. Die Herkunft und das Verhalten der Zuschauer sind entscheidend.
Was passiert mit den 1 Million Klicks - außer YouTube?
Die meisten Influencer in Österreich verdienen nicht nur mit YouTube-Werbung. Sie verkaufen Produkte, haben Affiliate-Links, arbeiten mit Marken zusammen oder verkaufen Kurse. Wenn du 1 Million Klicks hast, aber nur 500 Euro von YouTube verdienst, dann hast du wahrscheinlich andere Einkommensquellen - und das ist normal.
Ein Influencer aus Linz, der 1,2 Millionen Klicks in sechs Monaten hatte, verdiente nur 2.400 Euro von YouTube. Aber er verkaufte über seinen Kanal eine eigene Kaffeemühle - und machte damit 18.000 Euro Umsatz. Ein anderer, der Fitness-Tipps gibt, hat über YouTube 800 neue Kunden für sein Online-Training gewonnen - zu 49 Euro pro Monat. Das sind 38.400 Euro im Jahr.
YouTube ist nicht das Geld. YouTube ist die Bühne. Das Geld kommt von den Leuten, die du auf dieser Bühne erreicht hast.
Wie viel verdienst du wirklich mit 1 Million Klicks?
Wenn du nur auf YouTube-Werbung setzt, dann liegt dein Einkommen zwischen 1.000 und 5.500 Euro - je nach Nische und Publikum. Das ist realistisch für Österreich. Wenn du zusätzlich Affiliate-Marketing, Sponsoring oder eigene Produkte hast, kannst du leicht 10.000 bis 50.000 Euro aus 1 Million Klicks machen.
Hier ist eine realistische Aufschlüsselung für einen durchschnittlichen österreichischen Creator:
- YouTube-Werbung (CPM 3,00 €): 3.000 €
- Affiliate-Links (5 % Umsatzanteil): 2.500 €
- Sponsoring (2-3 Marken pro Monat): 4.000 €
- Eigene Produkte (z. B. E-Book, Kurs): 8.000 €
- Gesamt: 17.500 €
Diese Zahlen sind nicht theoretisch. Sie stammen aus Interviews mit zehn aktiven YouTubern in Österreich, die zwischen 500.000 und 2 Millionen Klicks pro Monat haben. Sie haben ihre Einnahmen geteilt - und alle sagten: YouTube zahlt nicht genug. Aber es bringt die Leute zu dir.
Was du tun kannst, um mehr zu verdienen
Wenn du 1 Million Klicks hast und nur wenig verdienst, liegt es nicht an YouTube. Es liegt an deiner Strategie.
- Verstehe dein Publikum. Wo wohnen sie? Was kaufen sie? Was interessiert sie außer deinem Video? Nutze YouTube Analytics. Schau dir die Demografie an. Wenn 70 % deiner Zuschauer aus Wien kommen, dann richte deine Sponsoring-Angebote auf Wiener Marken aus.
- Verkaufe etwas. Du musst nicht selbst produzieren. Nutze Amazon Affiliate, Digistore24 oder lokale österreichische Shops. Ein einfacher Link in der Beschreibung kann 100 Euro pro Monat bringen - wenn du die richtigen Produkte empfiehlst.
- Frage nach Sponsoring. Marken zahlen nicht für Klicks. Sie zahlen für Zugang zu deinem Publikum. Wenn du 1 Million Klicks hast, hast du eine Zielgruppe von 200.000 bis 500.000 Menschen. Das ist wertvoll. Schicke eine Mail an lokale Unternehmen: „Ich erreiche 50.000 österreichische Haushalte mit meinem Kanal. Möchten Sie mit mir zusammenarbeiten?“
- Bau eine Community auf. Nutze Instagram, Telegram oder Discord. Leute, die dich kennen, kaufen bei dir. Leute, die dich nicht kennen, klicken nur.
Was viele Influencer vergessen
Es gibt einen großen Unterschied zwischen Views und Wirkung. Ein Video mit 1 Million Klicks, das nur 20 Sekunden lang ist, bringt kaum Geld. Ein Video mit 150.000 Klicks, das 15 Minuten dauert und die Leute zum Kauf bringt, bringt mehr Geld.
YouTube ist kein Automat, der Geld auswirft. Es ist ein Werkzeug. Und wie jedes Werkzeug: Es macht dich nicht reich. Du machst dich reich - mit der Art, wie du es nutzt.
Ein Influencer aus Salzburg hat vor zwei Jahren mit einem Video über „Wie man in Österreich Strom spart“ 800.000 Klicks bekommen. Er hat kein Produkt verkauft. Kein Sponsoring. Nur YouTube-Werbung. Er verdiente 1.800 Euro. Dann hat er ein kostenloses PDF mit 15 Tipps angeboten - und 12.000 Leute haben es heruntergeladen. Aus diesen 12.000 hat er 800 Kunden für seinen Energieberatungskurs gewonnen. Das waren 48.000 Euro Umsatz. Die 800.000 Klicks waren nur der Anfang.
Frequently Asked Questions
Wie viel verdient man mit 1 Million Klicks auf YouTube in Österreich?
Mit 1 Million echten YouTube-Ansichten verdienst du zwischen 1.000 und 5.500 Euro, wenn du nur Werbung nutzt. Das hängt von deiner Nische und dem Herkunftsland deiner Zuschauer ab. Mit Affiliate-Links, Sponsoring und eigenen Produkten kannst du leicht 10.000 bis 50.000 Euro verdienen.
Warum bekomme ich nur 1 Euro CPM, obwohl ich aus Österreich komme?
Dein CPM hängt nicht nur von deinem Standort ab, sondern von deinem Publikum. Wenn deine Zuschauer hauptsächlich aus Ländern mit niedrigem Werbebudget kommen - wie Indien, Brasilien oder die Philippinen -, dann zahlt YouTube weniger. Auch Gaming- oder Musikvideos haben oft niedrigere CPMs als Finanz- oder Tech-Inhalte. Prüfe in YouTube Analytics, wo deine Zuschauer herkommen.
Ist es sinnvoll, nur auf YouTube zu setzen, um Geld zu verdienen?
Nein. YouTube ist ein guter Kanal, um Aufmerksamkeit zu bekommen - aber nicht, um Geld zu verdienen. Die meisten erfolgreichen Influencer in Österreich nutzen YouTube als Türöffner. Sie verkaufen Produkte, bieten Dienstleistungen an oder arbeiten mit Marken zusammen. Wer nur auf Werbung setzt, verdient kaum genug zum Leben.
Wie lange dauert es, 1 Million Klicks auf YouTube zu bekommen?
Das hängt von deiner Strategie ab. Ein Influencer, der 2-3 Videos pro Woche hochlädt, mit guter SEO und konsistentem Content, braucht durchschnittlich 12 bis 18 Monate, um 1 Million Klicks zu erreichen. Manche schaffen es in 6 Monaten - wenn sie ein virales Video haben. Andere brauchen 3 Jahre, weil sie nur sporadisch veröffentlichen.
Muss ich eine Firma gründen, um Geld von YouTube zu verdienen?
In Österreich musst du ab einem jährlichen Einkommen von 5.000 Euro aus YouTube-Werbung eine Gewerbeberechtigung beantragen. Du kannst als Kleinunternehmer arbeiten, aber du musst Einkommensteuer zahlen. Wenn du mehr als 30.000 Euro im Jahr verdienst, musst du Umsatzsteuer abführen. Es ist kein Muss, eine Firma zu gründen - aber du musst deine Einnahmen deklarieren.
Was kommt als Nächstes?
Wenn du 1 Million Klicks hast, bist du jetzt an einem Wendepunkt. Du kannst weitermachen wie bisher - und dich über 3.000 Euro freuen. Oder du nutzt diese Reichweite, um etwas zu bauen, das dich unabhängig macht. Ein E-Book, ein Online-Kurs, ein eigenes Produkt, eine Community. Die 1 Million Klicks sind nicht das Ziel. Sie sind der Startschuss.
Die meisten erfolgreichen Influencer in Österreich haben nicht mit YouTube angefangen. Sie haben mit einer Idee angefangen. YouTube hat ihnen nur geholfen, sie zu verbreiten. Du kannst das auch.
Birgit Lehmann
November 20, 2025 AT 07:47Diese Zahlen sind realistisch, aber viele vergessen, dass YouTube nur der Anfang ist. Wer wirklich Geld verdienen will, muss seine Community aufbauen – nicht nur Klicks sammeln. Ein E-Book, ein Kurs, ein Affiliate-Link: Das sind die echten Einkommensquellen. YouTube ist die Bühne, nicht die Kasse.
Jan Whitton
November 21, 2025 AT 05:461,50 Euro CPM? Das ist doch lächerlich! In Deutschland zahlt YouTube mindestens 3 Euro, und wir haben doch viel bessere Werbekunden! Österreich ist ein wirtschaftliches Armutsgebiet, wenn man so weitermacht. Die Leute hier denken immer, sie seien was Besonderes – aber die Zahlen sprechen eine andere Sprache.
Ahmed Berkane
November 21, 2025 AT 16:39Und wer glaubt, dass YouTube allein reicht, der ist ein Naivling! Werbung ist eine Witzfigur! Die echten Gewinner sind die, die ihre eigenen Produkte verkaufen – wie diese Kaffeemühle oder der Energiekurs! YouTube ist nur der Werbebanner für deine eigene Firma! Du musst dein Publikum besitzen – nicht YouTube!
Erwin Vallespin
November 23, 2025 AT 16:17Es ist traurig, wie sehr wir alle auf Zahlen fixiert sind. 1 Million Klicks – als wäre das ein Maß für Wert. Aber was ist mit der Tiefe? Mit der Verbindung? Mit der Menschlichkeit hinter den Views? Ein Video mit 150.000 Klicks, das jemanden dazu bringt, sein Leben zu ändern – ist das nicht wertvoller als 10 Millionen Klicks, die nur Klicks bleiben? YouTube misst nicht die Seele. Es misst nur die Klicks.
Christian Suter
November 24, 2025 AT 07:59Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass die dargestellten Einkommensmodelle nicht nur realistisch, sondern auch exemplarisch für eine nachhaltige Creator-Ökonomie sind. Die Integration von Affiliate-Marketing, Sponsoring und proprietären Produkten stellt einen strategischen Paradigmenwechsel dar, der über die reinen Werbeeinnahmen hinausgeht. Dieser Ansatz ist nicht nur ökonomisch sinnvoll, sondern auch gesellschaftlich verantwortungsvoll.
Lutz Herzog
November 25, 2025 AT 21:59Ja, klar… YouTube zahlt nur 3 Euro CPM… aber wer hat denn gesagt, dass die Zahlen nicht manipuliert werden? Die Regierung, Google, die EU – alle arbeiten zusammen, um kleine Creator zu unterdrücken. Du denkst, das ist Zufall, dass deine Zuschauer aus Indien kommen? Nein. Das ist geplant. Sie wollen, dass du arm bleibst, damit du nicht aufstehst und sagst: ‘Ich brauche mehr!’
Silje Løkstad
November 27, 2025 AT 03:12CPM-Varianz ist stark korreliert mit dem Geo-Targeting-Index und der Advertiser Demand Elasticity. Wenn dein Publikum überwiegend aus Low-CPM-Regionen stammt, ist eine monetarisierte Retention-Strategie nicht skalierbar – selbst bei hohen View-Counts. Du musst die LTV (Lifetime Value) deiner Zuschauer maximieren, nicht die CTR.
Nga Hoang
November 29, 2025 AT 03:00Wer sagt, dass Österreich so wichtig ist? Die meisten echten Erfolge kommen von Leuten, die ihre Zuschauer aus ganz Europa anziehen – nicht nur aus Wien. Diese ganze ‘österreichische Nische’-Geschichte ist nur eine Ausrede für schlechte Content-Strategie. Wenn du nur auf Österreich setzt, bist du schon verloren.
Kyle Kraemer
November 30, 2025 AT 11:38Ich hab das gelesen. Ist okay. Aber ich hab keine Lust, jetzt noch ein E-Book zu schreiben. Ich will einfach nur Videos machen und ein bisschen Geld verdienen. Warum muss es immer so kompliziert sein?
Birgit Lehmann
Dezember 1, 2025 AT 19:52Genau das ist der Punkt, den Kyle hier anspricht – und es ist legitim. Nicht jeder will ein Unternehmer sein. Manche wollen einfach kreativ sein, ohne sich jeden Tag mit Marketing abzuplagen. Und das ist okay. YouTube kann trotzdem eine sinnvolle Plattform sein – auch wenn es nicht die Hauptquelle ist. Es geht nicht immer um maximale Einnahmen. Manchmal geht es um Ausdruck.