Wie viel verdient man als Influencer in Österreich? Die Antwort ist nicht einfach. Einige verdienen Tausende pro Post, andere kämpfen mit einem paar Euro pro Kampagne. Es hängt nicht nur davon ab, wie viele Follower du hast - es geht um Influencer Marketing Österreich, deine Nische, deine Authentizität und wie gut du mit Marken zusammenarbeitest.
Wie viel verdient man wirklich? Realistische Zahlen für 2026
Ein kleiner Influencer mit 5.000 bis 10.000 Followern in Österreich verdient im Durchschnitt zwischen 150 und 400 Euro pro Instagram-Post. Das klingt nicht viel - aber wenn du alle zwei Wochen einen Post schreibst, kommst du auf 3.000 bis 8.000 Euro im Jahr. Das ist mehr als viele Teilzeitjobs.
Bei 50.000 bis 100.000 Followern steigt der Preis auf 800 bis 2.500 Euro pro Post. Einige TikTok- oder YouTube-Kreator:innen mit ähnlicher Reichweite verlangen sogar mehr, besonders wenn sie Videos mit Schnitt, Musik und eigener Produktion machen. Ein Influencer mit 200.000 Followern und einer starken Engagement-Rate (über 5 %) kann locker 4.000 bis 10.000 Euro pro Kampagne verlangen - manchmal sogar mehr, wenn es um Produktlaunches geht.
Aber: Nur 3 % der Influencer in Österreich verdienen mehr als 50.000 Euro pro Jahr. Die meisten sind Teilzeit-Kreative, die nebenbei Geld verdienen. Die großen Zahlen sind selten - und oft übertrieben in Social Media-Posts.
Was bestimmt dein Einkommen?
Es ist nicht die Anzahl der Follower, die zählt - es ist die Beziehung zu deinen Leuten. Eine Person mit 10.000 treuen Followern, die jeden Post kommentieren und teilen, ist wertvoller als jemand mit 100.000 Passivnutzern.
Die wichtigsten Faktoren für dein Einkommen:
- Engagement-Rate: Ab 3 % gilt man in Österreich als stark. Unter 1 % ist schwer zu verkaufen.
- Nische: Beauty, Fitness und Mode zahlen gut. Nischen wie nachhaltige Mode, barrierefreies Reisen oder österreichische Landwirtschaft zahlen oft weniger - aber die Marken sind bereit, länger zu arbeiten.
- Content-Qualität: Ein guter Foto-Post mit natürlicher Stimmung zahlt mehr als ein gestelltes Selfie mit Filter.
- Plattform: Instagram zahlt am besten für Fotos. TikTok für kurze, virale Clips. YouTube für lange Reviews und Tutorials - hier sind die Einkünfte oft höher, aber der Aufwand auch.
- Verträge: Einmalige Posts zahlen weniger als langfristige Kooperationen (3-6 Monate). Marken zahlen mehr, wenn du dein Produkt über mehrere Posts und Stories verteilst.
Ein Beispiel aus Graz: Eine Frau mit 35.000 Followern, die lokale Bio-Bäckereien bewirbt, macht drei Posts pro Monat. Sie verdient durchschnittlich 1.200 Euro im Monat - und hat keinen anderen Job. Sie arbeitet nur mit regionalen Marken zusammen, die ihr vertrauen. Das ist kein Zufall - das ist Strategie.
Wie du als Influencer in Österreich anfangen kannst
Wenn du gerade erst anfängst, denk nicht an große Marken. Fang lokal an. Kontaktiere kleine Geschäfte in deiner Stadt. Eine Bäckerei, ein Kaffeehaus, ein lokaler Yogastudio - die brauchen Influencer, haben aber kein großes Budget.
Du bekommst dafür:
- Freie Produkte oder Dienstleistungen
- Ein paar hundert Euro (oder mehr, wenn du gut verhandelst)
- Ein Portfolio mit echten Beispielen
Diese ersten Kampagnen sind dein Sprungbrett. Mit drei bis fünf erfolgreichen Kooperationen kannst du dich bei größeren Marken bewerben - oder von ihnen angesprochen werden.
Wichtig: Du musst nicht perfekt sein. Du musst echt sein. Die Leute in Österreich merken, wenn du etwas nur wegen dem Geld machst. Sie vertrauen dir, wenn du ehrlich bist - selbst wenn du nur 2.000 Follower hast.
Wie Marken in Österreich Influencer bezahlen
Marken in Österreich zahlen meistens auf zwei Arten:
- Flatrate: Ein fester Betrag pro Post, Story oder Video. Das ist am häufigsten.
- Performance-basiert: Du bekommst einen Grundbetrag plus Provision pro Verkauf über deinen Link. Das kommt vor allem bei Affiliate-Programmen vor - etwa bei Produkten von MyToys, dm oder lokalen Online-Shops.
Einige große Marken wie Red Bull, Billa oder Raiffeisen arbeiten mit Influencern, aber nur mit denen, die schon einen Track Record haben. Die meisten Klein- und Mittelständler zahlen direkt - oft per Überweisung, manchmal auch per PayPal. Rechnungen sind Pflicht - auch wenn du nur 200 Euro verdienst.
Die meisten Influencer in Österreich sind Einzelunternehmer:innen. Du musst eine Gewerbeschein haben, wenn du regelmäßig Geld verdienst - auch wenn es nur 500 Euro im Monat sind. Die Finanzbehörde prüft nicht jeden, aber wenn du dich meldest, kannst du Ausgaben absetzen: Kamera, Licht, Software, Reisen für Shootings, sogar ein Teil deiner Miete, wenn du zu Hause arbeitest.
Die größten Fehler, die Influencer machen
Die meisten scheitern nicht an der Reichweite - sie scheitern an der Haltung.
- Zu viele Posts pro Woche: Wenn du jeden Tag Werbung machst, verlierst du Glaubwürdigkeit. Die Leute schalten ab.
- Keine klaren Verträge: Mündliche Absprachen sind gefährlich. Schreibe auf: Was du lieferst, wann, wie viele Posts, ob Stories dazugehören, ob du Rechte an den Bildern hast.
- Keine Rechnung: Wenn du nicht rechnest, kannst du keine Ausgaben absetzen - und du riskierst Strafen.
- Arbeit mit schlechten Marken: Wenn du für eine Marke arbeitest, die du nicht magst, merken deine Follower es. Und dann vertrauen sie dir nicht mehr.
Ein Influencer aus Salzburg hat vor zwei Jahren für eine bekannte Fast-Food-Kette gearbeitet - und verlor 8.000 Follower. Er sagte später: „Ich dachte, das ist der große Schritt. Aber ich habe meinen Ruf verspielt - und den Respekt meiner Community.“
Wie du dich als Influencer in Österreich vermarktest
Wenn du dich bewirbst, brauchst du kein teures Portfolio. Du brauchst:
- Eine klare Beschreibung deiner Nische („Ich zeige, wie man in Österreich nachhaltig einkauft“)
- Eine Übersicht deiner besten Posts mit Engagement-Zahlen
- Eine kurze Liste von Marken, mit denen du schon gearbeitet hast
- Ein paar echte Testimonials von Kunden oder Shops
Die meisten Marken suchen nicht auf Agenturen - sie scrollen durch Instagram und TikTok. Wenn du dich gut präsentierst, kommen sie auf dich zu.
Es gibt auch Plattformen wie influencer.at oder adwise.at, wo Marken Influencer suchen. Aber die Gebühren sind hoch - und oft zahlen die Marken weniger, weil sie dich als „vermittelten“ Influencer betrachten. Besser: Direkt kontaktieren.
Was kommt als Nächstes? Trends 2026
In Österreich wird Influencer Marketing immer professioneller. Die großen Agenturen kommen, aber auch die kleinen bleiben wichtig.
- Micro-Influencer werden wichtiger: Marken zahlen mehr für echte, kleine Communities als für große, aber flache Reichweiten.
- Video wird dominieren: TikTok und YouTube Shorts sind der neue Standard. Statische Posts reichen nicht mehr.
- Lokale Kooperationen boomt: Marken wollen „Österreichisch“ - nicht global. Wer lokal vernetzt ist, hat Vorteil.
- Transparenz ist Pflicht: Die EU verlangt klarere Kennzeichnungen. „#Werbung“ reicht nicht mehr - du musst sagen: „Diese Kooperation wurde von [Marke] bezahlt.“
Wer jetzt aufpasst, kann sich als seriöser Influencer etablieren - nicht als Werbeplakat, sondern als vertrauenswürdige Stimme.
Wie viel verdient ein Influencer mit 10.000 Followern in Österreich?
Ein Influencer mit 10.000 Followern und einer Engagement-Rate von über 3 % verdient im Durchschnitt 150 bis 400 Euro pro Instagram-Post. Bei drei Posts pro Monat sind das 5.400 bis 14.400 Euro pro Jahr. Viele nutzen das als Nebeneinkommen - manche schaffen es, damit Vollzeit zu leben.
Braucht man einen Gewerbeschein als Influencer?
Ja, wenn du regelmäßig Geld verdienst - auch wenn es nur 200 Euro im Monat sind. In Österreich gilt das als gewerbliche Tätigkeit. Du musst einen Gewerbeschein beantragen, eine Steuernummer haben und Rechnungen ausstellen. Das ist Pflicht, nicht freiwillig. Wer es ignoriert, riskiert Geldstrafen.
Wie viel kostet eine Influencer-Kampagne für eine Marke in Österreich?
Eine kleine Kampagne mit einem Micro-Influencer (5.000-20.000 Follower) kostet zwischen 500 und 2.000 Euro. Mittlere Influencer (50.000-100.000 Follower) verlangen 2.000 bis 8.000 Euro. Große Kampagnen mit mehreren Influencern und TV-Integration können 20.000 Euro und mehr kosten - aber das ist die Ausnahme.
Ist TikTok oder Instagram besser fürs Geldverdienen?
Beide Plattformen zahlen gut - aber anders. Instagram ist besser für Fotos, Rezensionen und langfristige Markenbeziehungen. TikTok zahlt mehr für virale Clips, besonders wenn du mit Trends arbeitest. YouTube bietet die höchsten Einkünfte pro Video, aber der Aufwand ist größer. Die meisten Influencer in Österreich nutzen beide - TikTok für Reichweite, Instagram für Vertrauen.
Wie erkenne ich eine seriöse Marke?
Eine seriöse Marke schreibt einen klaren Vertrag, zahlt pünktlich, respektiert deine Kreativität und fragt nach deiner Meinung. Sie bietet keine „kostenlose Produkte“-Angebote ohne Geld, wenn du mehr als 10.000 Follower hast. Und sie verlangt keine exklusiven Posts, die du über Monate nicht wiederholen darfst - das ist unprofessionell.
Was ist mit Affiliate-Marketing als Influencer?
Affiliate-Marketing funktioniert gut in Österreich - besonders mit Online-Shops wie MyToys, Amazon oder lokalen Anbietern wie Greenbird oder Vinted. Du verdienst eine Provision pro Verkauf, meist 5-15 %. Es ist ein guter Nebenverdienst, aber du musst klar kennzeichnen: „Dieser Link ist ein Affiliate-Link.“ Die EU-Regeln sind streng - und viele Influencer werden deshalb abgemahnt.
Was du jetzt tun kannst
Wenn du Influencer werden willst: Fang klein an. Wähle eine Nische, die du liebst. Mache drei echte Posts - nicht perfekt, aber echt. Schicke sie an drei lokale Geschäfte. Frage: „Können wir zusammenarbeiten?“
Wenn du schon Influencer bist: Prüfe deine Zahlen. Wie hoch ist deine Engagement-Rate? Welche Posts haben am meisten Kommentare? Was hat dir am meisten Geld gebracht? Und: Was hast du verpasst, weil du Angst hattest, „zu viel“ zu verlangen?
Influencer Marketing in Österreich ist kein Glücksspiel. Es ist Arbeit. Aber es ist eine Arbeit, die dich frei macht - wenn du sie richtig machst.