Wie viel kannst du wirklich verlangen, wenn du als Influencer eine Werbekampagne machst? Viele denken, es reicht, 10.000 Follower zu haben - doch die Realität sieht anders aus. In Österreich zahlen Marken nicht nach Zahlen, sondern nach Wirkung. Ein Influencer mit 5.000 treuen Followern kann mehr verdienen als jemand mit 50.000, die nur scrollen. Es geht nicht um die Anzahl, sondern um die Beziehung.
Was bestimmt deinen Preis als Influencer?
Dein Preis hängt nicht von deiner Follower-Zahl ab, sondern von vier Faktoren: Engagement-Rate, Zielgruppe, Content-Qualität und Plattform. Die meisten Influencer in Österreich machen den Fehler, sich nur auf die Follower zu konzentrieren. Aber Marken schauen auf etwas anderes: Wie viele Menschen greifen wirklich zu?
Ein Beispiel: Du hast 8.000 Follower auf Instagram und bekommst durchschnittlich 600 Likes pro Post. Das sind 7,5 % Engagement. Das ist sehr gut. Ein Influencer mit 50.000 Followern, aber nur 1.500 Likes (3 % Engagement), ist für viele Marken weniger wert. Warum? Weil du mit deiner kleinen, aber aktiven Gemeinschaft mehr Umsatz generierst.
Die Zielgruppe ist entscheidend. Wenn du dich an Eltern in Wien mit Kindern unter 10 Jahren richtest und Marken wie Milchprodukte, Spielzeug oder Schulmaterial verkaufst, dann bist du wertvoller als jemand, der an Teenager in Graz mit 100.000 Followern schreibt - aber kaum jemand kauft, was du empfiehlst.
Content-Qualität zählt. Eine gut gestaltete, natürliche Story mit echtem Bezug zu deinem Alltag wirkt glaubwürdiger als ein gestelltes Foto mit einem Produkt, das du nie benutzt hast. Marken zahlen für Authentizität - nicht für perfekte Lichtverhältnisse.
Plattformen haben unterschiedliche Preise. Instagram ist der Standard, aber TikTok boomt. Ein TikTok-Video mit 100.000 Views und 15.000 Likes kann mehr bringen als ein Instagram-Post mit 50.000 Views. Warum? Weil TikTok-Content schneller viral geht und Marken mehr Reichweite für weniger Geld bekommen.
Wie viel verlangen Influencer in Österreich 2026?
Es gibt keine festen Preise - aber es gibt klare Richtwerte. Hier sind die realistischen Zahlen für Österreich im Jahr 2026:
- Micro-Influencer (1.000-10.000 Follower): 150-600 € pro Post
- Mid-Tier (10.000-50.000 Follower): 600-2.500 € pro Post
- Macro-Influencer (50.000-200.000 Follower): 2.500-8.000 € pro Post
- Macro+ (200.000+ Follower): 8.000-25.000 € pro Post
Diese Zahlen gelten für einen einzelnen Instagram-Post mit Bild und Text. Wenn du ein Reel hinzufügst, addierst du 30-50 %. Ein Story-Post mit 3-5 Slides kostet meist 50-70 % weniger als ein Feed-Post. Ein TikTok-Video mit 30-60 Sekunden liegt bei 100-400 € für Micro-Influencer, bei Mid-Tier zwischen 500-1.800 €.
Was viele nicht wissen: Marken zahlen oft für mehrere Posts. Ein Paket mit 1 Instagram-Post, 2 Stories und 1 TikTok-Video kann 20-40 % mehr kosten als ein einzelner Post - aber du musst nicht jedes Mal neu verhandeln. Ein guter Influencer bündelt Angebote, damit die Marke mehr bekommt und du mehr verdienst.
Warum du nicht nach Follower-Zahlen verlangen solltest
Wenn du dich auf die Anzahl der Follower stützt, verkaufst du dich unter Wert. Ein Influencer aus Salzburg mit 12.000 Followern, die alle aus der Region kommen und regelmäßig bei lokalen Geschäften einkaufen, ist für eine Bio-Bäckerei in der Altstadt wertvoller als ein Influencer mit 80.000 Followern aus Wien, von denen 70 % aus Deutschland sind.
Marken in Österreich suchen nach lokalen Einflüssen. Du brauchst keine großen Namen zu sein. Du brauchst eine klare Nische. Wenn du dich auf nachhaltige Mode in Graz spezialisierst, kannst du für eine kleine, österreichische Marke 500 € verlangen - und sie sind dir dankbar, weil du wirklich ihre Kunden erreichst.
Die meisten großen Marken (wie Hofer, Spar, Magenta oder Red Bull) arbeiten mit Makern, die über 100.000 Follower haben. Aber kleine und mittlere Unternehmen - die 80 % der Werbebudgets in Österreich ausmachen - suchen nach echten Verbindungen. Sie zahlen nicht für Reichweite. Sie zahlen für Vertrauen.
Wie du deine Preise berechnest - die einfache Formel
Es gibt eine einfache Methode, die viele Influencer in Österreich nutzen: die Engagement-Rate-Formel.
- Berechne deine durchschnittliche Engagement-Rate: (Likes + Kommentare) / Follower × 100
- Multipliziere sie mit 100 - das ist dein Grundpreis pro 1.000 Follower
- Verdopple den Preis, wenn du TikTok oder Reels machst
- Multipliziere mit 1,5, wenn du einen ausführlichen Text mit Produktbeschreibung schreibst
Beispiel: Du hast 15.000 Follower, 1.200 Likes und 180 Kommentare pro Post.
- Engagement-Rate: (1.200 + 180) / 15.000 × 100 = 9,2 %
- Grundpreis: 9,2 × 100 = 920 €
- Du machst ein Reel: 920 × 2 = 1.840 €
- Du schreibst einen ausführlichen Text: 1.840 × 1,5 = 2.760 €
Das ist dein fairer Preis. Du kannst ihn nach oben anpassen, wenn du exklusive Inhalte oder eine lange Laufzeit (z. B. 30 Tage) anbietest. Du kannst ihn nach unten anpassen, wenn du nur eine Story machst.
Das ist kein Zufall. Das ist eine Methode, die von Influencern in Linz, Innsbruck und Klagenfurt genutzt wird - und sie funktioniert. Marken akzeptieren sie, weil sie transparent und messbar ist.
Was du nie vergessen darfst: Rechte und Rechtliches
In Österreich gilt: Werbung muss als solche gekennzeichnet sein. Das ist kein Vorschlag - das ist Gesetz. Wenn du #Werbung oder #Anzeige nicht verwendest, kannst du mit einer Geldstrafe von bis zu 2.000 € rechnen. Das ist kein theoretisches Risiko. Im Jahr 2025 hat die Bundeskammer für Gewerbe und Handel 17 Fälle gegen Influencer verfolgt - alle wegen fehlender Kennzeichnung.
Du brauchst auch einen Vertrag. Ein einfaches WhatsApp-Nachrichten-Abkommen reicht nicht. Eine Marke kann dich nach der Kampagne einfach ignorieren, wenn du keinen schriftlichen Vertrag hast. Ein guter Vertrag enthält:
- Was genau du lieferst (Anzahl Posts, Plattformen, Formate)
- Wann du lieferst (Datum und Uhrzeit)
- Wie du bezahlt wirst (Vorauszahlung? Nach Lieferung?)
- Wie lange die Inhalte genutzt werden dürfen (z. B. 6 Monate)
- Ob du das Recht hast, den Inhalt später selbst zu nutzen
Ein einfacher Vertrag kostet 50-100 € - aber er schützt dich vor Verlusten von tausenden Euro. Viele Influencer in Österreich nutzen Vorlagen von der Wirtschaftskammer oder von Plattformen wie influencer.at.
Was du nicht tun solltest
Verkaufe nie deine Follower-Liste. Das ist illegal. Werbung ist nicht der Verkauf von Daten. Wer das macht, riskiert nicht nur Geldstrafen - er verliert auch das Vertrauen seiner Community.
Verlange nie „Kostenersatz“ statt Geld. Wenn eine Marke sagt: „Wir schicken dir das Produkt und du bekommst einen Rabattcode“, dann sag nein. Du bist kein Testkunde - du bist ein Marketing-Partner. Ein Rabattcode bringt dir 20 € Wert, wenn du 500 € verdienst. Das ist kein fairer Tausch.
Und vermeide „Kampagnen für Exposure“. Das ist ein gefährliches Wort. Wenn du für „Exposure“ arbeitest, arbeitest du für nichts. Marken, die das sagen, haben kein Budget - oder sie wollen dich ausnutzen. In Österreich zahlt man für Arbeit. Nicht für „Sichtbarkeit“.
Wie du deine erste Kampagne startest
Wenn du neu bist, fange klein an. Schreibe an lokale Marken: eine Bäckerei, einen Yogastudio, eine Buchhandlung. Biete an: „Ich mache für dich 1 Instagram-Post und 2 Stories - für 250 €. Du bekommst 1.500-2.000 echte Impressionen von Menschen in deiner Stadt.“
Zeige ihnen deine Engagement-Rate. Zeige ihnen, wie deine Follower antworten. Zeige ihnen, dass du nicht nur Bilder machst - du sprichst mit deiner Community.
Die meisten kleinen Unternehmen in Österreich haben kein Marketing-Team. Sie suchen nach jemandem, der das für sie macht - und das tust du. Du bist nicht nur Influencer. Du bist ihr lokaler Verkaufspartner.
Wie du dich weiterentwickelst
Wenn du regelmäßig arbeitest, steigere deine Preise alle 6 Monate um 10-15 %. Wenn du 2025 mit 400 € angefangen hast, solltest du 2026 bei 500-600 € liegen - wenn deine Engagement-Rate stabil bleibt.
Erweitere deine Plattformen. TikTok ist jetzt der wichtigste Weg, um neue Kunden zu gewinnen. Ein Influencer, der nur Instagram macht, verliert an Relevanz. Ein Influencer, der Instagram, TikTok und eine kleine Newsletter-Liste hat, ist unbezahlbar.
Und arbeite mit anderen Influencern zusammen. Ein gemeinsamer Post mit einem anderen Micro-Influencer aus deiner Stadt kann die Reichweite verdoppeln - und du teilst dir die Kosten. So wächst du gemeinsam, ohne auf große Marken warten zu müssen.
Was du wirklich verdienen kannst
Ein Influencer mit 15.000 Followern, einer Engagement-Rate von 8 %, der monatlich 3 Posts, 2 Reels und 10 Stories macht, kann in Österreich 2.500-4.000 € verdienen. Das ist kein Traum. Das ist die Realität von jemandem, der konsequent arbeitet.
Die meisten, die sagen, Influencer-Marketing sei kein echter Job, haben nie versucht, es professionell zu machen. Wer sich wie ein Unternehmer verhält - mit Preisen, Verträgen, Rechnungen und Zielsetzungen - verdient mehr als viele Angestellte.
In Österreich zahlt man für Authentizität. Nicht für Perfektion. Du musst nicht perfekt sein. Du musst nur echt sein. Und das kannst du.
Wie viel verdient ein Influencer mit 10.000 Followern in Österreich?
Ein Influencer mit 10.000 Followern und einer Engagement-Rate von 6-8 % verdient in Österreich durchschnittlich 300-700 € pro Instagram-Post. Mit zusätzlichen Reels und Stories kann das monatlich auf 2.000-3.500 € steigen, wenn er regelmäßig arbeitet und lokale Marken anspricht. Der Schlüssel ist nicht die Follower-Zahl, sondern die Qualität der Interaktion.
Sollte ich für Werbung nur Produkte bekommen?
Nein. Produkte zu bekommen ist kein Ersatz für Geld. Du bist kein Testkunde, sondern ein Marketing-Partner. Wenn du nur Produkte bekommst, verlierst du Geld - besonders wenn du Zeit in Content, Recherche und Kommunikation investierst. Ein Produkt im Wert von 50 € ist kein fairer Tausch für 5 Stunden Arbeit. Verlange immer eine finanzielle Vergütung - oder verhandle auf eine langfristige Zusammenarbeit mit fester Bezahlung.
Ist TikTok in Österreich wirklich besser als Instagram für Influencer?
Für viele kleine und mittlere Marken in Österreich ist TikTok in 2026 sogar effektiver als Instagram. TikTok-Content hat eine höhere Reichweite pro Euro, besonders bei jüngeren Zielgruppen. Ein Video mit 100.000 Views auf TikTok kann mehr Umsatz generieren als ein Instagram-Post mit 50.000 Views. Marken zahlen dafür, weil sie sehen: Die Leute schauen, hören zu und kaufen. Instagram ist wichtig - aber TikTok ist der neue Wachstumstreiber.
Wie erkenne ich eine seriöse Marke?
Eine seriöse Marke zahlt vor der Lieferung oder zumindest innerhalb von 14 Tagen nach Abschluss. Sie hat einen klaren Vertrag, benennt klare Erwartungen und fragt nach deinem Preis - nicht nach deinen Follower-Zahlen. Sie spricht dich persönlich an, nicht mit einer Massenmail. Und sie kennt deine Nische - sie hat dich nicht einfach aus einer Liste herausgesucht. Wenn alles das trifft, ist es eine gute Partnerschaft.
Was ist mit Affiliate-Links? Kann ich damit mehr verdienen?
Ja, aber nicht als Hauptquelle. Affiliate-Links bringen in Österreich meist nur 2-5 % Provision. Das heißt: Bei einem Produkt für 100 € verdienst du 2-5 €. Das reicht nicht, um davon zu leben. Aber als Ergänzung zu deinen Werbe-Posts kann es ein zusätzliches Einkommen von 200-800 € pro Monat bringen - besonders wenn du Produkte empfiehlst, die deine Community wirklich nutzt. Nutze sie als Bonus, nicht als Hauptgeschäft.
Niklas Lindgren
Januar 28, 2026 AT 17:00Was für ein Schwachsinn! In Österreich zahlt man doch nur für Follower, nicht für irgendwelche Engagement-Raten. Wer keine 50k hat, ist einfach kein Influencer. Die meisten hier denken, sie sind was Besonderes, weil sie 7% Likes haben. LMAO. Ich hab 300k und werd 15k pro Post gezahlt. Punkt.