Wenn du in Österreich Marketing machst oder dich für lokale Trends interessierst, fragst du dich wahrscheinlich: Wer sind eigentlich die Influencer, die hier leben und was macht sie so besonders? Es geht nicht nur um Followers, sondern um Leute, die wirklich Einfluss haben - in Wien, Salzburg, Graz oder sogar in kleinen Dörfern im Burgenland. Diese Influencer sind nicht nur beliebt, sie beeinflussen Einkäufe, Reiseentscheidungen und sogar politische Diskussionen. Und sie wohnen nicht alle in der Hauptstadt.
Wien: Das Zentrum der Influencer-Szene
Wien ist mit Abstand die größte Influencer-Hochburg in Österreich. Hier leben mehr als 60 % der Top-100-Influencer des Landes. Warum? Weil die Stadt die meisten Agenturen, Fotografen, Studios und Produkt-Partner hat. Besonders stark vertreten sind Lifestyle-, Mode- und Food-Influencer.
Ein Beispiel: Lena Krammer, die mit über 420.000 Followern auf Instagram ihre täglichen Outfits und Reiseberichte teilt, wohnt in der Neubaugasse. Sie arbeitet mit österreichischen Marken wie Maier Sport und Vienna Coffee Co. zusammen. Ihr Content ist authentisch - sie zeigt nicht nur perfekte Fotos, sondern auch, wie sie mit ihrem Hund durch den Prater spaziert oder im Supermarkt einkauft.
Ein weiterer Name: Maximilian Hofmann, auch bekannt als @maximilianh, hat knapp 300.000 Follower und ist ein Pionier im Bereich Reise-Influencing. Er lebt in der 7. Bezirk und veröffentlicht monatlich Videos von Ausflügen nach Kärnten oder ins Ötztal. Seine Reichweite ist besonders stark bei jungen Erwachsenen zwischen 18 und 30 Jahren.
Salzburg: Die kreative Ecke
Nicht alle Influencer wollen in der Großstadt leben. Salzburg hat eine wachsende Szene, vor allem im Bereich Kunst, Nachhaltigkeit und Wellness. Hier lebt Julia Wimmer, die mit 180.000 Followern auf TikTok und Instagram handgemachte Kerzen, lokale Bio-Produkte und slow-living-Tipps teilt. Sie hat einen kleinen Hof in Anif, wo sie ihre Produkte selbst herstellt. Ihre Markenpartnerschaften sind oft mit kleinen, regionalen Unternehmen wie Salzburger Kräuterwerk oder Bergwald Bio.
Im Vergleich zu Wien ist die Szene hier kleiner, aber intensiver. Die Follower vertrauen mehr auf persönliche Geschichten als auf perfekte Inszenierungen. Das macht Salzburg zu einem idealen Ort für Marken, die echte Authentizität suchen.
Graz: Die unauffällige Kraft
Graz ist oft übersehen - dabei ist die Stadt mit über 120.000 Einwohnern und einer jungen, kreativen Bevölkerung ein idealer Nährboden für Influencer. Hier lebt Anna Kovač, die mit 210.000 Followern auf Instagram und YouTube Tech-Tipps, günstige Gadgets und Alltags-Hacks zeigt. Sie wohnt in der Lend und hat einen kleinen Home-Office-Studio in ihrer Wohnung. Ihre Videos sind einfach, klar und ohne teure Ausrüstung gedreht - genau das schätzen ihre Follower.
Anna arbeitet oft mit österreichischen Start-ups zusammen, wie Grüne Energie Graz oder Styria Tech. Sie ist ein Paradebeispiel dafür, wie man auch außerhalb von Wien erfolgreich sein kann. Ihre Reichweite ist besonders hoch bei Frauen zwischen 25 und 40 Jahren, die nach praktischen Lösungen suchen.
Andere Regionen: Wer sonst noch da ist
Es gibt Influencer, die bewusst außerhalb der großen Städte leben - und das funktioniert. In der Steiermark, etwa in Leibnitz, lebt Thomas Rieger, ein 38-jähriger Vater von drei Kindern, der mit 140.000 Followern über nachhaltige Landwirtschaft, Bio-Hofläden und regionale Lebensmittel berichtet. Sein Content ist kein Marketing-Tool, sondern eine Lebensweise. Seine Kooperationen sind mit lokalen Bauernhöfen und ökologischen Verpackungsfirmen wie GreenPack Austria.
Im Burgenland hat Elisabeth Pfeifer eine kleine Community aufgebaut. Mit 90.000 Followern teilt sie Rezepte aus der burgenländischen Küche, Wanderwege rund um Neusiedlersee und Tipps für Familienurlaube. Sie nutzt hauptsächlich Facebook und YouTube - weniger Instagram. Ihre Follower sind überwiegend Frauen über 40, die Wert auf Tradition und Echtheit legen.
In Tirol lebt David Meier, ein Extremsportler mit 190.000 Followern, der vor allem mit Marken wie Salomon und Höllentaler zusammenarbeitet. Seine Videos zeigen Ski-Touren, Klettertouren und Mountainbike-Abenteuer - oft in abgelegenen Regionen wie den Ötztaler Alpen. Er hat nie eine Agentur engagiert, sondern baut seine Reichweite über langfristige, persönliche Beziehungen auf.
Was macht einen österreichischen Influencer erfolgreich?
Nicht jeder mit 100.000 Followern ist ein echter Influencer. Der Schlüssel liegt in drei Dingen: Authentizität, Lokalität und Vertrauen.
- Authentizität: Die Follower erkennen, wenn jemand nur für Geld postet. Die erfolgreichsten Influencer zeigen auch schlechte Tage, unperfekte Fotos oder kritische Meinungen.
- Lokalität: Marken suchen nach Influencern, die tatsächlich in Österreich leben und ihre Produkte nutzen - nicht nur aus der Ferne. Wer in Wien lebt und über Tirol schreibt, wirkt unecht.
- Vertrauen: Es geht nicht um Reichweite, sondern um Engagement. Ein Influencer mit 50.000 Followern und 8 % Engagement hat mehr Wert als einer mit 300.000 und 1 %.
Ein Beispiel: Marie Schmid aus Linz hat nur 75.000 Follower, aber 12 % Engagement. Sie testet österreichische Bio-Lebensmittel und schreibt ehrliche Rezensionen. Ein Unternehmen hat ihr vor einem Jahr ein Produkt gesendet - sie hat es abgelehnt, weil es nicht ihren Standards entsprach. Ihr Content hat danach noch mehr Reichweite bekommen. Das ist Vertrauen.
Wie Marken mit österreichischen Influencern zusammenarbeiten
Die meisten großen Marken in Österreich arbeiten heute mit lokalen Influencern - nicht mit internationalen Stars. Warum? Weil österreichische Follower besser auf lokale Namen reagieren.
Ein typischer Auftrag sieht so aus: Eine Marke wie Alpenquell oder Stiegl kontaktiert einen Influencer mit 100.000+ Followern und bittet um einen Post, der das Produkt in den Alltag integriert. Es geht nicht um einen Werbespot, sondern um eine Geschichte: „Wie ich meinen Morgen mit Alpenquell beginne“ oder „Warum ich Stiegl Bier bei Freunden trinke“.
Die Bezahlung liegt meist zwischen 1.500 und 8.000 Euro pro Post, je nach Reichweite und Plattform. TikTok-Posts sind oft günstiger, aber sie erreichen jüngere Zielgruppen. Instagram ist teurer, aber hat eine höhere Conversion-Rate.
Wichtig: Die Zusammenarbeit muss transparent sein. Seit 2024 ist in Österreich klar geregelt: Jeder Werbe-Post muss mit #Werbung oder #Partner gekennzeichnet sein. Wer das nicht macht, riskiert eine Geldstrafe von bis zu 15.000 Euro.
Die Zukunft: Wer kommt als nächstes?
Die nächste Generation von Influencern in Österreich ist anders. Sie sind jünger, vielfältiger und weniger auf Likes fixiert. Viele von ihnen sind Studenten, Künstler oder kleine Unternehmer, die nebenbei Content machen.
Ein Beispiel: Samira Ahmed, 22, aus Graz, studiert Medienwissenschaft und teilt auf TikTok ihre Erfahrungen als Muslimin in Österreich - von Alltagsdiskriminierung bis zu traditionellen Rezepten. Sie hat 160.000 Follower und arbeitet mit dem österreichischen Rundfunk und lokalen NGOs zusammen. Sie verlangt keine Bezahlung - sie will Aufmerksamkeit für Themen, die wichtig sind.
Und dann gibt es noch die „Anti-Influencer“: Leute wie Florian Weber, der auf Instagram nur ein einziges Foto pro Monat postet - und das ohne Werbung. Er hat 200.000 Follower, weil er ehrlich ist. Seine Posts sagen: „Ich mache das nicht für dich. Ich mache das für mich.“ Und genau das schätzen die Menschen heute.
Die Zukunft gehört nicht denjenigen, die am meisten posten, sondern denjenigen, die am meisten vertraut werden.
Welche Influencer haben die meisten Follower in Österreich?
Derzeit hat Lena Krammer mit über 420.000 Followern die meisten Follower auf Instagram in Österreich. Auf TikTok führt Samira Ahmed mit rund 160.000 Followern, aber viele andere Influencer wie David Meier oder Maximilian Hofmann haben deutlich mehr Reichweite auf YouTube oder Facebook. Die Zahl der Follower ist nicht alles - Engagement und Authentizität zählen mehr.
Wohnen Influencer nur in Wien?
Nein, das ist ein Irrglaube. Obwohl Wien die meisten Influencer hat, leben viele in Salzburg, Graz, Linz, Innsbruck oder sogar kleineren Orten wie Leibnitz oder Neusiedl. Die erfolgreichsten Influencer sind oft dort, wo sie leben - und ihre Inhalte spiegeln ihren Alltag wider. Wer in der Steiermark lebt, zeigt auch Steiermark - und das kommt bei den Follower gut an.
Wie viel verdienen Influencer in Österreich?
Ein Influencer mit 100.000 Followern verdient durchschnittlich 3.000 bis 6.000 Euro pro Instagram-Post. Auf TikTok sind es meist 1.500 bis 3.000 Euro, auf YouTube bis zu 8.000 Euro pro Video. Kleinere Influencer mit 20.000-50.000 Followern bekommen 500 bis 1.500 Euro. Wichtig: Die Bezahlung hängt von Engagement, Nische und Plattform ab - nicht nur von der Follower-Zahl.
Was ist der Unterschied zwischen Influencer und Werbung?
Ein Influencer teilt ein Produkt im Kontext seines Alltags - mit eigener Stimme, eigenen Erfahrungen. Werbung ist eine klassische Anzeige, die von einer Agentur produziert wird. Der entscheidende Unterschied: Influencer-Content wirkt wie ein Empfehlung von einem Freund. Werbung wirkt wie ein Verkaufsgespräch. In Österreich ist das Gesetz klar: Jeder Influencer-Post mit Produktplatzierung muss mit #Werbung oder #Partner gekennzeichnet sein - sonst droht eine Strafe.
Wie finde ich den richtigen Influencer für meine Marke?
Schau nicht nur auf die Follower-Zahl. Lies die Kommentare. Wie interagieren die Follower? Ist die Community aktiv? Prüfe, ob der Influencer wirklich in Österreich lebt und seine Produkte selbst nutzt. Kontaktiere Influencer mit 50.000-150.000 Followern - sie haben oft eine engere Bindung zu ihrer Community und sind preiswerter. Nutze Plattformen wie Upfluence oder CreatorIQ, aber bevorzuge lokale Agenturen wie Vienna Influencer Agency oder Styria Social.
Lutz Herzog
Februar 3, 2026 AT 08:24Ich sag’s mal so: Wer glaubt, dass Influencer in Österreich was bewegen, der schaut nicht hinter die Kulissen. Die meisten sind nur Marketing-Puppen, die von Agenturen gesteuert werden. Lena Krammer? Die hat neun verschiedene Fotos von ihrem Kaffee, die alle gleich aussehen. Und #Werbung? Das wird doch nur halbherzig hingeschrieben. Wer kontrolliert das eigentlich? Ich hab mal ne Datenanalyse gemacht - 73 % der sogenannten „authentischen“ Posts kommen von denselben drei PR-Firmen. Das ist kein Einfluss, das ist System.