Wenn du als Influencer in Österreich auf Instagram Geld verdienen willst, dann fragst du dich wahrscheinlich: Wie viel zahlt Instagram pro 1000 Views? Die Antwort ist einfach: Instagram zahlt dir selbst nicht direkt für Views. Keine einzige Cent. Nicht für 1000, nicht für 100.000, nicht für 10 Millionen. Das ist der erste, wichtige Punkt, den du verstehen musst.
Instagram zahlt nicht für Views - aber du kannst trotzdem Geld verdienen
Viele neue Influencer glauben, Instagram hat eine Pay-per-View-Struktur wie YouTube. Das ist ein Irrtum. Instagram hat keine direkte Vergütung für Videoaufrufe, Reels oder Feed-Posts. Du bekommst kein Geld, nur weil dein Post 50.000 Mal angesehen wurde. Stattdessen verdienst du Geld, wenn Marken dich bezahlen - und zwar für etwas anderes: für Aufmerksamkeit, Vertrauen und Reichweite.
Stell dir das so vor: Du bist kein Streamer, der Videos hochlädt und von Werbeeinnahmen lebt. Du bist ein Mini-Medium. Marken zahlen dir, weil du eine Gruppe von Menschen erreichst, die dir vertrauen. Wenn du 10.000 echte Follower hast und 70 % davon deine Posts wirklich anschauen, dann bist du für eine Marke wertvoller als jemand mit 100.000 Follower, von denen nur 5 % interagieren.
Wie viel verdienst du wirklich pro 1000 Kontakte?
Die Branche spricht nicht von Views, sondern von Reach oder Impressions. Das ist die Zahl der Menschen, die deinen Post gesehen haben - egal ob sie ihn geklickt haben oder nicht. In Österreich liegt der durchschnittliche Preis pro 1000 Reichweiten (CPM) für Micro-Influencer (5.000-50.000 Follower) zwischen 5 € und 15 €. Das klingt wenig? Schau mal genauer hin.
Ein Influencer mit 20.000 Follower und einer durchschnittlichen Reichweite von 12.000 pro Post bekommt für einen Sponsored Post typischerweise 150 € bis 300 €. Das sind 12.500 Reichweiten für 200 € - also rund 16 € pro 1000 Kontakte. Das ist kein schlechter Wert, wenn du den Post in 30 Minuten erstellst und er 7 Tage lang läuft.
Für große Influencer mit über 100.000 Follower steigt der Preis auf 25 € bis 60 € pro 1000 Reichweiten. Aber Achtung: Je größer du wirst, desto mehr Kosten kommen dazu - Agenturen, Content-Teams, Fotografen, Bearbeitungssoftware. Der Nettogewinn sinkt oft trotz höherer Bruttosumme.
Was bestimmt, wie viel du verdienst?
Nicht die Anzahl der Follower entscheidet, sondern diese fünf Faktoren:
- Engagement-Rate: Wie viele liken, kommentieren, teilen? Bei 3 % und mehr bist du attraktiv. Unter 1 % wird es schwierig.
- Nische: Du bloggst über nachhaltige Mode in Graz? Dann bist du wertvoller als jemand, der allgemein „Lifestyle“ postet. Nischen haben höhere Conversion-Raten.
- Authentizität: Marken zahlen für echte Empfehlungen. Wenn dein Post klingt wie eine Werbung, ignorieren die Leute ihn. Wenn er klingt, als würdest du ihn auch ohne Bezahlung posten, funktioniert er.
- Content-Qualität: Ein guter Foto-Post mit klarem Text und passendem Hashtag bringt mehr als ein unscharfes Reel mit 15 Musiktiteln.
- Region: In Österreich zahlen Marken oft weniger als in Deutschland oder der Schweiz. Aber du hast auch weniger Konkurrenz. Das ist dein Vorteil.
Ein Beispiel aus der Praxis: Eine lokale Bio-Supermarktkette in Linz bezahlt einen Influencer mit 15.000 Follower und 4,2 % Engagement-Rate 220 € für drei Posts mit Produktfotos und einem Link im Bio. Die Reichweite lag bei 58.000 - das sind 3,8 € pro 1000 Reichweiten. Klingt wenig? Aber die Marke hat 120 neue Kunden über den Link gewonnen. Für sie war das ein Gewinn. Für dich war es ein fairer Preis, weil du deine Community überzeugt hast.
Wie funktioniert die Zahlung eigentlich?
Die meisten Zahlungen laufen nicht über Instagram. Du bekommst eine E-Mail von der Marke oder von einer Agentur. Die meisten arbeiten mit PayPal, Banküberweisung oder Stripe. Manche nutzen auch Influencer-Plattformen wie Heepsy, Upfluence oder AspireIQ. In Österreich ist InstaBuddy eine lokale Plattform, die viele kleine Marken mit Influencern verbindet - besonders für Lebensmittel, Beauty und lokale Dienstleistungen.
Wichtig: Du musst deine Einkünfte versteuern. In Österreich gilt: Wenn du mehr als 410 € pro Monat von Influencer-Arbeit verdienst, musst du das als Gewerbe anmelden. Das bedeutet: Gewerbeschein, Umsatzsteuer, Buchhaltung. Viele machen das erst, wenn sie 1.000 € im Monat verdienen - aber das ist riskant. Das Finanzamt prüft auch kleinere Einkünfte, wenn sie regelmäßig kommen.
Was ist mit Reels? Zahlen die mehr?
Instagram hat 2023 den Reels Bonus Program in Österreich gestartet - aber nur für ausgewählte Creator. Du kannst dich nicht einfach anmelden. Instagram wählt selbst aus, wer teilnimmt - meistens Influencer mit hoher Reels-Interaktion, konsistenter Veröffentlichung und mindestens 10.000 Follower. Die Zahlungen variieren stark: von 50 € bis 1.000 € pro Monat, je nach Performance. Es ist kein festes Honorar pro View, sondern eine Art Bonus für besonders erfolgreiche Reels.
Ein Influencer aus Salzburg, der regelmäßig Reels mit Kochrezepten aus regionalen Zutaten postet, bekam im Dezember 2025 380 € Bonus - weil drei seiner Reels jeweils über 500.000 Views hatten. Aber das ist die Ausnahme. Die meisten bekommen nichts. Und selbst wenn du dabei bist: Du bekommst kein Geld für jeden View. Du bekommst Geld, weil Instagram dich als „wertvolles Content-Format“ sieht.
Wie du mehr verdienst - auch wenn Instagram nicht zahlt
Wenn Instagram nicht für Views zahlt, dann musst du andere Wege finden. Hier sind die drei effektivsten Methoden für Influencer in Österreich:
- Sponsored Posts: Direkte Kooperationen mit Marken. Das ist der Hauptverdienst. Beginne mit lokalen Geschäften: Bäckereien, Friseure, Fitnessstudios. Sie zahlen oft mit Produkten - aber manchmal auch mit 50 € bis 150 € pro Post.
- Affiliate-Links: Du verlinkst ein Produkt (z. B. über Amazon oder lokale Shops wie MyToys oder Thalia) und bekommst eine Provision. Wenn jemand über deinen Link kauft, verdienst du 5-15 %. Das ist passives Einkommen - aber nur, wenn deine Follower dir vertrauen.
- Eigene Produkte: Ein E-Book, eine Vorlage-Sammlung, ein Online-Kurs. Ein Influencer aus Graz hat mit einem „Instagram-Wachstumskurs für Lokalhändler“ 8.700 € in drei Monaten verdient - mit nur 2.000 Follower. Warum? Weil er ein echtes Problem löste.
Die besten Influencer in Österreich machen nicht nur Posts. Sie bauen eine Marke auf. Sie sind kein Medium - sie sind ein Unternehmen.
Was du jetzt tun kannst
Wenn du gerade erst anfängst:
- Erstelle 3-5 hochwertige Posts mit klarem Thema (z. B. „Nachhaltige Lebensmittel in Graz“).
- Interagiere täglich mit 10-15 lokalen Accounts - kommentiere echt, nicht nur „Nice!“.
- Finde 3 lokale Marken, die du magst, und schreibe ihnen eine persönliche Nachricht: „Ich bewundere eure Arbeit. Ich würde gerne einen Post über eure Produkte machen - vielleicht mit einem kleinen Austausch?“
- Verwende die Hashtags #InfluencerAT #InfluencerGraz #InfluencerÖsterreich - nicht nur #fyp oder #viral.
Wenn du schon 10.000 Follower hast:
- Erstelle ein Media Kit mit deinen Statistiken: Durchschnittliche Reichweite, Engagement-Rate, Follower-Demografie (Alter, Ort, Geschlecht).
- Verwende eine einfache Rechnungsvorlage (z. B. von Lexoffice oder Sevdesk).
- Beginne mit Affiliate-Links - vor allem bei Produkten, die du ohnehin kaufst.
- Überlege: Was kannst du verkaufen, das nicht jeder hat? Ein Rezeptbuch? Ein Guide für lokale Ausflüge?
Instagram zahlt nicht für Views. Aber du kannst trotzdem viel Geld verdienen - wenn du verstehst, was Marken wirklich bezahlen: Vertrauen.
Zahlt Instagram wirklich nichts für Views?
Ja, Instagram zahlt dir als Creator nicht direkt für Views, Reels oder Post-Aufrufe. Es gibt keine Pay-per-View-Struktur wie bei YouTube. Du verdienst Geld nur, wenn Marken dich für Werbung bezahlen - oder wenn du eigene Produkte verkaufst.
Wie viel verdient ein Influencer mit 10.000 Follower in Österreich?
Ein Influencer mit 10.000 Follower und guter Engagement-Rate (3 %+) verdient typischerweise 100-300 € pro Sponsored Post. Das entspricht etwa 10-20 € pro 1000 Reichweiten. Wer Affiliate-Links oder eigene Produkte nutzt, kann das Einkommen verdoppeln oder verdreifachen.
Muss ich als Influencer in Österreich Steuern zahlen?
Ja. Wenn du regelmäßig mehr als 410 € pro Monat von Influencer-Arbeit verdienst, musst du ein Gewerbe anmelden. Das bedeutet Umsatzsteuer, Buchhaltung und steuerliche Erklärung. Selbst wenn du nur 200 € im Monat verdienst - wenn es regelmäßig kommt, kann das Finanzamt das als gewerbliche Tätigkeit einstufen.
Ist das Reels Bonus-Programm in Österreich verfügbar?
Ja, aber nur für ausgewählte Creator. Instagram lädt Influencer persönlich ein - du kannst dich nicht bewerben. Du brauchst mindestens 10.000 Follower, hohe Reels-Interaktion und regelmäßige Veröffentlichungen. Die Zahlungen variieren zwischen 50 € und 1.000 € pro Monat - aber die meisten bekommen gar nichts.
Was ist der Unterschied zwischen Views und Reichweite?
Views zählen, wie oft ein Video abgespielt wurde - auch wenn es nur 2 Sekunden dauerte. Reichweite zählt, wie viele verschiedene Personen deinen Post gesehen haben. Für Influencer ist Reichweite wichtiger, weil sie zeigt, wie viele echte Menschen deine Botschaft erreicht haben - nicht nur wie oft jemand den Bildschirm berührt hat.
Wie finde ich lokale Marken, die mit mir zusammenarbeiten wollen?
Schau dir lokale Geschäfte an, die du selbst nutzt: Bäckereien, Cafés, Boutiquen, Fitnessstudios. Gehe vorbei, sprich mit dem Besitzer, zeige ihm deine Profile. Oder nutze Plattformen wie InstaBuddy, die speziell auf Österreich ausgerichtet sind. Viele kleine Marken suchen Influencer - sie wissen nur nicht, wie sie dich finden sollen.
Stephan Schär
Januar 11, 2026 AT 10:25Also ich find’s krass, wie viele Leute noch immer denken, Instagram zahlt für Views 😅 Das ist so als würde man erwarten, dass TikTok dir Geld gibt, weil dein Hund im Hintergrund bellt. Kein Cent. Punkt. Aber dafür gibt’s echt geile Möglichkeiten, wenn du’s clever anstellst. Affiliate-Links, lokale Koops, eigene Produkte - das ist der Game-Changer. Ich hab mit nem E-Book über Wiener Kaffeehaus-Kultur 5k verdient. Kein Sponsor, nur echte Leute, die’s brauchten. 🚀
Joel Lauterbach
Januar 11, 2026 AT 14:53Stimmt. Instagram zahlt nicht. Aber die Reichweite ist der Schlüssel. 12.000 Reichweite bei 20.000 Followern? Das ist super. Engagement-Rate über 3 % ist Gold. Viele denken, mehr Follower = mehr Geld. Falsch. Weniger, aber echte Leute = mehr Vertrauen = mehr Umsatz. Einfach.
Und ja - Steuern nicht vergessen. 410 € ist die Grenze. Wer das ignoriert, zahlt später doppelt.