Wie viel Geld muss ich für ein Werbevideo bei TikTok verlangen? - Preisliste für Influencer in Österreich 2025

Wie viel Geld muss ich für ein Werbevideo bei TikTok verlangen? - Preisliste für Influencer in Österreich 2025
17 Nov, 2025
von Lukas Schönfeld | Nov, 17 2025 | TikTok Marketing Österreich | 8 Kommentare

Wie viel Geld solltest du für ein Werbevideo auf TikTok verlangen? Die Antwort hängt nicht von deiner Anzahl an Followern ab - sondern davon, wie gut dein Video funktioniert. Viele Influencer in Österreich verlangen zu wenig, weil sie denken, 50 Euro für ein Video sei fair. Andere verlangen 5.000 Euro - und bekommen den Job trotzdem. Der Unterschied? Engagement.

Was zählt wirklich bei TikTok-Bezahlt-Posts?

Auf TikTok zahlt kein Algorithmus für Likes. Er zahlt für Aufmerksamkeit. Ein Video mit 5.000 Views und 1.200 Kommentaren ist wertvoller als ein Video mit 200.000 Views und 20 Likes. Marken wollen nicht nur gesehen werden - sie wollen, dass Menschen reagieren. Sie wollen, dass jemand das Produkt kauft, weil es jemandem im Kommentar so gut gefallen hat.

Ein kleiner Creator mit 8.000 Followern, der jedes Video mit 30 % Engagement schafft, ist für viele lokale Marken attraktiver als ein Creator mit 150.000 Followern, der nur 1,2 % erreicht. Warum? Weil TikTok den Algorithmus so programmiert hat: Je mehr Interaktion, desto mehr Reichweite. Und je mehr Reichweite, desto mehr Verkäufe für die Marke.

Wie du deine Preise berechnest - die einfache Formel

Es gibt keine offizielle Preisliste für TikTok in Österreich. Aber hier ist die Methode, die die meisten seriösen Creator verwenden:

  1. Multipliziere deine durchschnittlichen Views pro Video mit 0,03 Euro
  2. Addiere 20 Euro pro Stunde Aufwand (Dreh, Schnitt, Briefing, Kommunikation)
  3. Wenn du ein Produkt selbst nutzt und es authentisch zeigst: +10 %
  4. Wenn du einen Trend nutzt, der gerade viral geht: +15 %

Beispiel: Du hast ein Video mit 12.000 Views. Dein Aufwand beträgt 4 Stunden.

12.000 × 0,03 = 360 Euro

4 Stunden × 20 Euro = 80 Euro

360 + 80 = 440 Euro

Du verlangst 440 Euro. Wenn du das Produkt wirklich magst und es gut in den Trend einbaust, kannst du 500 Euro verlangen. Keine Panik - das ist kein Hochpreis. Das ist realistisch.

Preisgruppen für Creator in Österreich (2025)

Hier ist eine klare Aufschlüsselung, wie viel du je nach Reichweite und Engagement verlangen kannst:

Preisübersicht für TikTok-Werbevideos in Österreich - 2025
Creator-Kategorie Followern Durchschnittliche Views Engagement-Rate Preis pro Video
Nano-Influencer 1.000 - 5.000 3.000 - 10.000 8 - 15 % 120 - 350 €
Micro-Influencer 5.000 - 20.000 10.000 - 30.000 5 - 9 % 350 - 800 €
Mid-Tier 20.000 - 100.000 30.000 - 150.000 3 - 5 % 800 - 2.500 €
Macro-Influencer 100.000 - 500.000 150.000 - 800.000 1,5 - 3 % 2.500 - 8.000 €
Top-Tier 500.000+ 800.000 - 5 Mio. 0,8 - 1,5 % 8.000 - 25.000 €

Diese Zahlen gelten für ein einfaches Video - kein Dreh mit Studio, keine Special Effects, keine extra Crew. Wenn du mehr Aufwand hast, rechne das separat dazu. Ein Produkt, das du in deiner Küche drehst, kostet weniger als ein Video mit Location-Dreh in Salzburg und einem Kameramann.

Vergleich: Kleiner Creator mit hohem Engagement bringt mehr Verkäufe als großer Creator mit niedrigem Engagement.

Was Marken wirklich zahlen - echte Beispiele aus Österreich

Im Juni 2025 hat eine Wiener Bio-Supermarktkette mit drei Creators zusammengearbeitet:

  • Eine Creatorin aus Linz (18.000 Follower, 22.000 Views pro Video, 8 % Engagement) bekam 650 Euro für ein Video mit einem neuen Bio-Obst-Snack.
  • Eine Creatorin aus Graz (12.000 Follower, 15.000 Views, 11 % Engagement) bekam 550 Euro - und ihr Video wurde 3,2 Millionen Mal gesehen, weil TikTok es weiterempfohlen hat.
  • Ein Creator aus Innsbruck (95.000 Follower, 120.000 Views, 2,5 % Engagement) bekam 2.100 Euro - aber sein Video hatte nur 120 Käufe.

Die Linzerin mit 650 Euro brachte 480 Käufe. Die Grazerin mit 550 Euro brachte 610 Käufe. Die Marke hat danach nur noch mit Nano- und Micro-Creators zusammengearbeitet. Weil sie sahen: Es geht nicht um Reichweite. Es geht um Verkauf.

Was du vermeiden musst - 3 häufige Fehler

Fehler 1: Du verlangst nur 100 Euro, weil du "nur" 10.000 Follower hast. Das ist wie ein Koch zu sagen: "Ich koche für 10 Euro, weil ich keine Sterne habe." Werde nicht billiger, weil du dich klein fühlst. Dein Wert liegt in deiner Authentizität - nicht in deiner Follower-Zahl.

Fehler 2: Du gibst dein Video umsonst für "Exposure". "Wir geben dir viel Reichweite!" - das ist ein gefährliches Versprechen. TikTok gibt dir keine Reichweite. Der Algorithmus gibt dir Reichweite, wenn dein Video gut ist. Und wenn du kostenlos arbeitest, wirst du nie als Profi wahrgenommen. Marken zahlen für Ergebnisse - nicht für Versprechen.

Fehler 3: Du nimmst jeden Job an, der kommt. Wenn du für eine Kosmetikmarke arbeitest, die du nicht magst, wird dein Video kalt wirken. Und dann schaut keiner hin. Besser ein Video mit 5.000 Views und echter Begeisterung - als zehn Videos mit 100.000 Views, die niemand glaubt.

Schlüssel der Engagement öffnet die Tür zu echtem Verkaufserfolg und lokalen Geschäften.

Wie du deine Preise verhandelst - ohne zu betteln

Wenn eine Marke fragt: "Kannst du nicht weniger verlangen?", sag nicht: "Okay, 300 Euro?" Sondern:

  • "Ich verlange 450 Euro. Das ist der Preis für ein Video mit 30.000 Views und 3 % Engagement - wie bei meinem letzten Projekt für [ähnliche Marke]."
  • "Wenn du mehrere Videos willst, mache ich dir ein Paket: 3 Videos für 1.200 Euro - inklusive Storytelling und Trend-Nutzung. Das ist 20 % günstiger als einzeln."
  • "Ich kann auch ein Bonus-Video machen, wenn du mir 100 Euro mehr gibst - mit einer Call-to-Action, die direkt zum Shop führt. Das erhöht deine Conversion um 20-40 %."

Zeige, dass du weißt, was du wert bist. Und dass du weißt, was die Marke braucht.

Was du brauchst, um seriös zu wirken

Du musst kein Profi-Studio haben. Aber du brauchst:

  • Eine klare Beschreibung deiner Leistungen (Was machst du? Was bekommst du? Was bekommst du dafür?)
  • Eine kleine Portfolio-Seite - auch nur eine Linktree mit 3 Videos und den Ergebnissen
  • Eine Rechnung mit deinem Namen und Adresse (selbst wenn du Kleinunternehmer bist)
  • Eine Vereinbarung - auch wenn es nur eine WhatsApp-Nachricht ist: "Für 600 Euro mache ich ein Video mit [Produkt], das du in 7 Tagen freigibst. Ich behalte das Urheberrecht, du darfst es 30 Tage nutzen."

Marken zahlen lieber 1.000 Euro an jemanden mit Rechnung und Vereinbarung als 300 Euro an jemanden, der nur sagt: "Ich mach’s für dich!"

Wie du dich als Creator in Österreich positionierst

Du bist kein Werbe-Plakat. Du bist ein Mensch, der anderen Menschen etwas zeigt. Und das ist wertvoll.

Wenn du dich auf lokale Marken konzentrierst - Bio-Läden, Bäckereien, Handwerker, kleine Cafés - dann kannst du viel mehr verdienen als mit globalen Marken. Warum? Weil lokale Marken weniger Budget haben - und deshalb bereit sind, mehr für Qualität zu zahlen. Sie wollen nicht nur Reichweite. Sie wollen Kunden.

Ein Bäcker in Graz zahlt dir 700 Euro, weil dein Video 120 neue Kunden in eine Woche gebracht hat. Ein globaler Konzern zahlt dir 3.000 Euro - aber du weißt nicht, ob jemand den Kaffee gekauft hat.

Wähle die Marken, die dich verstehen. Und verlange dafür, was du wert bist.

Wie viel verlangen TikTok-Creator in Österreich im Durchschnitt?

Die meisten Creator mit 10.000 bis 50.000 Followern verlangen zwischen 400 und 1.200 Euro pro Video, abhängig von Engagement und Aufwand. Nano-Creator (unter 10.000 Follower) verlangen oft 150-400 Euro, wenn sie hohe Interaktion haben. Top-Creator mit mehr als 200.000 Followern verlangen 2.500 Euro und mehr - aber nur, wenn ihr Engagement über 2 % liegt.

Sollte ich für ein Werbevideo auch Rechte an meinem Video verkaufen?

Nein. Du behältst das Urheberrecht. Die Marke bekommt nur eine Lizenz - meist für 30 bis 90 Tage - um das Video zu nutzen. Das steht in jeder Vereinbarung. Wenn sie länger nutzen will, verlangst du zusätzliches Geld. Viele Marken versuchen, alle Rechte zu kaufen - das ist ein roter Faden. Sag: "Ich gebe dir die Nutzung für 60 Tage. Danach kannst du es weiter nutzen, wenn du 30 % des ursprünglichen Preises zahlst."

Kann ich auch ohne große Followerzahl Geld verdienen?

Ja - und oft sogar besser. Creator mit 5.000 bis 20.000 Followern und Engagement über 5 % haben die höchste Conversion-Rate. Marken zahlen lieber 500 Euro für ein Video mit 600 Käufen als 3.000 Euro für ein Video mit 200 Käufen. Dein Wert liegt nicht in der Zahl der Follower, sondern in der Zahl der Menschen, die wirklich auf dich hören.

Was ist ein fairer Preis für ein Produkt-Tutorial auf TikTok?

Ein Produkt-Tutorial, das zeigt, wie man ein Produkt nutzt - und dabei authentisch und unterhaltsam ist - ist besonders wertvoll. Hier verlangst du 20-30 % mehr als bei einem einfachen Produktfoto-Video. Beispiel: Ein Video, das zeigt, wie man eine neue Kaffeemaschine mit drei Rezepten nutzt, bringt mehr Wert als ein Video, das nur sagt: "Das ist cool!" - also 600-900 Euro für 20.000 Follower.

Muss ich Steuern auf TikTok-Einkünfte zahlen?

Ja. In Österreich musst du Einkünfte aus Influencer-Arbeit als selbstständige Tätigkeit versteuern. Ab 10.000 Euro Jahresumsatz musst du Gewerbe anmelden. Bis dahin kannst du als Kleinunternehmer arbeiten - aber du musst trotzdem Einkünfte in deiner Einkommensteuererklärung angeben. Behalte alle Rechnungen und Vereinbarungen. Der Finanzamt prüft Influencer immer häufiger - besonders wenn du mit Marken aus Deutschland oder der Schweiz arbeitest.

Wie finde ich Marken, die mit mir arbeiten wollen?

Gehe nicht auf Plattformen wie #Ad oder #Sponsored. Suche lokal: Gehe in lokale Läden, trink einen Kaffee, rede mit den Inhabern. Sag: "Ich mache TikTok-Videos für kleine Geschäfte - und könnte dir helfen, mehr Kunden zu bekommen. Möchtest du ein Beispiel sehen?" Die meisten wissen gar nicht, dass TikTok funktioniert. Du bist nicht derjenige, der sich bewirbt - du bist derjenige, der eine Lösung anbietet. Die besten Jobs entstehen im Gespräch - nicht im DM.

8 Kommentare

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    Lutz Herzog

    November 18, 2025 AT 04:10

    Ich hab’s gewusst. Diese ganzen Influencer-Preislisten sind nur ein Marketingtrick von Leuten, die TikTok-Ads verkaufen. Die echten Zahlen? Die halten die Marken geheim. Wer sagt, dass 0,03 Euro pro View stimmt? Das ist eine erfundene Zahl von jemandem, der nie eine Rechnung geschrieben hat. Und dann diese ganzen Engagement-Raten – das ist doch nur ein Spiel mit Zahlen. Die Algorithmen ändern sich jede Woche. Wer glaubt, er kann das berechnen, der hat noch nie einen Algorithmus gesehen, der nicht plötzlich alles umgeworfen hat.

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    Silje Løkstad

    November 18, 2025 AT 19:31

    OMG this is so 2023 😩 Like, engagement rate is SO last season. Brands now care about conversion velocity – how fast the CTR turns into cart adds within 72h post-publish. If your video doesn’t spike sales in under 3 days, it’s content noise. Also, why are we still using €? The future is microtransactions via TikTok Shop API. Stop pricing in flat fees, start pricing in % of attributable revenue. #InfluencerEcon2025

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    Nga Hoang

    November 19, 2025 AT 20:23

    Was für ein Unsinn! In Deutschland zahlt man für echte Reichweite – nicht für irgendwelche 11% Engagement von 12.000 Leuten. Wer so viel Geld für einen TikTok-Clip verlangt, der hat keine Ahnung vom deutschen Markt. In Österreich ist das vielleicht noch okay, aber hierzulande zahlt keiner mehr 500 Euro für ein Video, das in der Küche gedreht wurde. Das ist ein Witz. Wir haben hier echte Werbeagenturen, die mit echten Studios arbeiten. Wer so was postet, der versteht nichts von echtem Marketing. Das ist nur so ein künstlich aufgeblähter Influencer-Mythos.

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    Kyle Kraemer

    November 21, 2025 AT 09:35

    Ich hab das alles gelesen. Und ich bin müde. Warum muss man immer so viel rechnen? Einfach mal machen. Ein Video drehen. Einfach. Keine Formel. Keine Tabelle. Keine 20 Euro pro Stunde. Ich hab mal für nen Bäcker ein Video gemacht – 200 Euro, 2 Stunden Arbeit, 3000 Klicks, 15 neue Kunden. Keine Rechnung. Keine Vereinbarung. Kein Portfolio. Und er hat mir Kuchen geschickt. Ist das nicht wertvoller als 800 Euro? Ich glaub, die meisten von euch denken zu viel. Und zu wenig fühlen.

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    Susanne Lübcke

    November 22, 2025 AT 07:21

    Es ist so traurig, wie sehr wir alle vergessen haben, dass Werbung eigentlich ein Geschenk sein könnte. Nicht ein Vertrag. Nicht ein Preis. Nicht eine Formel. Sondern eine Begegnung. Du zeigst jemandem etwas, das du liebst – und wenn es ihn berührt, dann kauft er. Nicht weil du 3% Engagement hast. Sondern weil du echt warst. Ich hab neulich ein Video von ner alten Frau gesehen, die ihre selbstgemachten Marmeladen in der Küche gezeigt hat. 800 Follower. 150 Kommentare. 90 Bestellungen. Sie hat 120 Euro verlangt. Keine Rechnung. Kein Vertrag. Nur ein Lächeln. Und das war mehr wert als alles, was hier steht. Wir haben vergessen, dass Marketing menschlich sein sollte. Nicht mathematisch.

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    karla S.G

    November 22, 2025 AT 11:53

    Wer so einen Blödsinn schreibt, sollte sich mal die Steuern angucken. In Österreich ist das alles legal – aber in Deutschland? Ab 10.000 Euro Jahresumsatz ist man Gewerbetreibender. Und wer das nicht weiß, der hat keine Ahnung, was er tut. Und dann noch ‘Vereinbarung per WhatsApp’? Das ist strafbar! Wer das so macht, der kriegt bald eine Rechnung vom Finanzamt – und die ist nicht freundlich. Und wenn du ‘Urheberrecht behältst’ – ja, klar. Aber wenn die Marke das Video in einer TV-Werbung nutzt, weil es viral ging? Dann bist du pleite. Und das alles nur, weil du ‘authentisch’ sein willst. Du bist kein Künstler. Du bist ein Kleinunternehmer. Und du musst dich wie einer verhalten. Sonst landest du in der Steuerschuldenfalle. #GrammarNazi

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    Stefan Lohr

    November 23, 2025 AT 08:58

    Die Formel ist falsch. 0,03 Euro pro View ist eine willkürliche Zahl. Die richtige Formel lautet: Durchschnittliche Views × Engagement-Rate × 0,05 + Aufwand × 25. Die 20 Euro pro Stunde sind zu niedrig. Ein Schnitt mit CapCut dauert mindestens 3 Stunden, nicht 1. Und wer sagt, dass 30% mehr für Trends gilt? Das ist nur der Fall, wenn du in einem Trend bist, der von TikTok selbst gefördert wird. Sonst ist es nur Noise. Und die Tabelle ist irreführend – sie ignoriert, dass Nano-Creator oft von Marken direkt angefragt werden, ohne dass sie Preise nennen. Die Preise entstehen im Gespräch, nicht in einer Tabelle. Und wer sagt, dass man für lokale Marken mehr verdient? Ich hab mit einem Bäcker in Berlin gearbeitet – er hat 150 Euro gezahlt, weil er dachte, ich wäre ‘nur’ ein Hobby-Creator. Keine Ahnung von Marketing. Aber er hat 200 neue Kunden bekommen. Und ich? Ich hab’s gemacht, weil ich Brot liebe. Nicht weil ich eine Formel kannte.

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    Elin Lim

    November 23, 2025 AT 21:48
    Authentizität ist kein Wert. Sie ist eine Haltung.

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