Was bedeutet Peso im Marketing?

Was bedeutet Peso im Marketing?
12 Jan, 2026
von Lukas Schönfeld | Jan, 12 2026 | Social Media Marketing | 0 Kommentare

Wenn du im Marketing auf Begriffe wie Peso, Paid, Earned und Owned stößt, dann bist du nicht allein. Viele Marketingteams verwenden diese Begriffe, ohne sie wirklich zu erklären. Doch was steht eigentlich hinter Peso? Und warum sollte es dir als Social-Media-Marketer in Österreich etwas bedeuten?

Peso ist kein Währungsbegriff - sondern ein Medienmodell

Peso steht hier nicht für die mexikanische Währung. Im Marketing ist Peso eine Abkürzung für Paid, Earned, and Owned Media. Es ist ein Framework, das dir zeigt, wie deine Marketingaktivitäten in drei verschiedene Kategorien fallen. Jede dieser Kategorien hat eine andere Wirkung, einen anderen Preis und eine andere Kontrolle.

Das Peso-Modell wurde von PR- und Marketingexperten entwickelt, um zu zeigen, wie man Medien nicht nur mit Geld, sondern auch mit Vertrauen und Content beeinflussen kann. Es hilft dir, dein Budget smarter zu verteilen und nicht nur auf bezahlte Werbung zu setzen - was heute oft nicht mehr reicht.

Was ist Paid Media?

Paid Media ist das, was du bezahlst. Facebook-Ads, Google Ads, TikTok-Ads, Influencer-Bezahlungen - das alles gehört dazu. Du gibst Geld aus, um deine Botschaft an eine bestimmte Zielgruppe zu bringen. Die Kontrolle ist hoch: Du entscheidest, wann, wo und wie oft deine Werbung erscheint.

Aber hier ist der Haken: Sobald du aufhört zu zahlen, hört auch die Reichweite auf. Ein Facebook-Ad, das heute 50.000 Menschen sieht, ist morgen verschwunden, wenn du den Budget-Hebel runterdrehst. In Österreich, wo die Werbekosten für Social-Media-Plattformen seit 2024 kontinuierlich steigen, ist Paid Media nicht mehr die einzige Lösung.

Was ist Earned Media?

Earned Media ist das, was andere für dich sagen. Wenn ein Kunde einen positiven TikTok-Video über dein Produkt macht, wenn ein Blogger über deine Marke schreibt, wenn deine Kampagne viral geht - das ist Earned Media. Du hast es nicht bezahlt. Du hast es nicht selbst gepostet. Es ist freiwillig. Und deshalb ist es oft glaubwürdiger als jede bezahlte Anzeige.

Ein Beispiel aus der Praxis: Eine Wiener Kaffeerösterei hat 2024 einen einfachen Instagram-Post mit einem Rezept veröffentlicht. Ein Food-Influencer hat ihn weitergeteilt, 12.000 Menschen haben ihn gesehen, 800 haben den Kaffee bestellt - ohne dass die Rösterei dafür einen Cent ausgegeben hat. Das ist Earned Media. Es ist schwer zu steuern, aber wenn es funktioniert, ist es die billigste und wirksamste Form der Reichweite.

Was ist Owned Media?

Owned Media ist dein eigener Kanal. Deine Website, dein Instagram-Account, dein YouTube-Kanal, dein Newsletter - alles, was du besitzt und kontrollierst. Du entscheidest, was du postest, wann du es postest und wie du es gestaltest. Du baust hier langfristig Vertrauen auf.

Im Gegensatz zu Paid Media bleibt dein Owned Media auch dann bestehen, wenn du nicht mehr wirbst. Ein Blogbeitrag, der 2023 geschrieben wurde, kann heute noch Besucher anziehen. Ein Instagram-Profil mit 10.000 treuen Followern ist ein Vermögen - nicht weil du dafür Geld ausgegeben hast, sondern weil du es aufgebaut hast.

Dreibeiniger Hocker mit Paid, Earned und Owned als Beine, umgeben von digitalen und menschlichen Elementen.

Warum ist das Peso-Modell wichtig?

Viele Unternehmen in Österreich investieren 80 % ihres Marketingbudgets in Paid Media - und sind dann verwirrt, wenn die Ergebnisse nachlassen. Warum? Weil sie vergessen haben, dass Paid Media nur kurzfristig wirkt. Es baut keine Marke auf. Es zahlt nur für Aufmerksamkeit.

Peso hilft dir, das Gleichgewicht zu finden. Ein guter Mix sieht so aus:

  • 40 % Paid Media - für schnelle Reichweite und Zielgruppenansprache
  • 30 % Earned Media - für Glaubwürdigkeit und Mundpropaganda
  • 30 % Owned Media - für langfristige Beziehungsaufbau und Markenloyalität

Dieser Mix funktioniert besonders gut auf Plattformen wie TikTok und Instagram, wo Nutzer Werbung ignorieren, aber echte Geschichten teilen. Eine Studie von HubSpot aus dem Jahr 2025 zeigt: Marken, die ein ausgewogenes Peso-Modell nutzen, erreichen 3,2-mal mehr Konversionen als solche, die nur auf Paid setzen.

Wie wendest du Peso in der Praxis an?

Stell dir vor, du verkaufst Handtaschen aus recyceltem Material. Hier ist, wie du Peso anwendest:

  1. Paid: Du schaltest ein TikTok-Ad mit einem 15-Sekunden-Video, das zeigt, wie die Tasche aus alten Plastikflaschen entsteht. Ziel: 10.000 Klicks auf deine Website.
  2. Earned: Du schickst 50 Taschen an lokale Influencerinnen in Graz, Linz und Salzburg - ohne Geld, nur mit der Bitte, ehrlich zu berichten. Drei von ihnen posten es, einer davon mit 200.000 Views.
  3. Owned: Du erstellst eine eigene Webseite mit einem Blog, in dem du über Nachhaltigkeit im Modebereich schreibst. Du baust einen Newsletter auf, in dem du Kunden mit Tipps und Exklusivangeboten versorgst.

Nach drei Monaten hast du nicht nur verkauft - du hast eine Community aufgebaut. Und das ist der wahre Wert von Peso.

Was passiert, wenn du nur Paid nutzt?

Wenn du nur bezahlte Werbung machst, wirst du immer teurer. Jedes Mal, wenn du mehr Reichweite willst, musst du mehr zahlen. Die Kosten pro Klick steigen, die Conversion-Raten sinken. Du bist abhängig von Algorithmen und Werbebudgets.

Ein Beispiel: Eine Salzburger Fitness-App hat 2023 10.000 Euro in Facebook-Ads gesteckt. Sie hat 5.000 Downloads generiert. 2024 hat sie 18.000 Euro ausgegeben - und nur 4.200 Downloads bekommen. Warum? Weil der Markt gesättigt war. Niemand reagierte mehr auf dieselbe Werbung.

Dann hat sie angefangen, Kunden zu bitten, ihre Erfolgsgeschichten zu teilen. Sie hat einen Podcast gestartet (Owned Media). Und plötzlich hat sie wieder Wachstum - ohne mehr Geld auszugeben.

Menschliche Hand sortiert Marketing-Aktivitäten in eine Tabelle mit Sticky Notes auf einem Schreibtisch.

Peso ist kein Trend - es ist eine Strategie

Es gibt viele neue Marketing-Trends: AI-Content, Reels, Shorts, Chatbots. Aber Peso bleibt. Warum? Weil es nicht um Technik geht - sondern um Logik. Es geht darum, wie du deine Botschaft verbreitest. Mit Geld? Mit Vertrauen? Mit eigener Plattform?

Die besten Marketingteams in Österreich nutzen Peso nicht als Theorie - sondern als tägliche Entscheidungsgrundlage. Bevor sie eine Kampagne starten, fragen sie sich: Wo gehört das hin? Paid? Earned? Owned?

Und sie wissen: Wer nur Paid macht, zahlt für Aufmerksamkeit. Wer nur Earned macht, hofft auf Glück. Wer nur Owned macht, wächst langsam. Wer alle drei nutzt, baut etwas, das bleibt.

Was du jetzt tun kannst

Wenn du gerade erst anfängst, hier ist ein einfacher Plan:

  • Prüfe deine aktuellen Marketingaktivitäten: Welche fallen unter Paid, Earned, Owned?
  • Wenn du mehr als 70 % auf Paid setzt - reduziere es um 10 % und investiere das Geld in ein eigenes Content-Projekt (z. B. einen Newsletter oder einen YouTube-Kanal).
  • Setze dich mit drei Kunden zusammen und bitte sie, ihre Erfahrung mit deiner Marke zu teilen - ob als Video, Text oder Bild. Das ist Earned Media.
  • Erstelle eine einfache Tabelle mit drei Spalten: Paid, Earned, Owned. Trage jede Aktivität ein. So siehst du, wo du stehst.

Peso ist kein Zaubertrick. Aber es ist die einfachste Methode, um zu verstehen, warum deine Marketingbemühungen manchmal scheitern - und wie du sie verbessern kannst.

Was bedeutet Peso im Marketing genau?

Peso steht für Paid, Earned und Owned Media - drei Arten, wie eine Marke ihre Botschaft verbreitet: durch bezahlte Werbung, durch freie Erwähnungen von anderen und durch eigene Kanäle wie Website oder Social Media.

Ist Peso dasselbe wie Marketing-Mix?

Fast, aber nicht ganz. Marketing-Mix ist breiter - er umfasst Produkt, Preis, Platz und Promotion. Peso konzentriert sich nur auf die Medienkanäle, also wie du deine Botschaft verbreitest. Es ist ein Teil des Marketing-Mix, aber kein Ersatz dafür.

Warum ist Earned Media so wertvoll?

Weil es glaubwürdig ist. Menschen vertrauen Empfehlungen von Freunden, Influencern oder anderen Kunden mehr als Werbung. Earned Media ist kostenlos, aber schwer zu erzwingen - es entsteht, wenn deine Marke echten Wert bietet.

Kann man Peso auch für kleine Unternehmen nutzen?

Ja, sogar besonders gut. Kleine Unternehmen haben oft kein großes Budget für Paid Media. Aber sie können mit Owned Media (z. B. Instagram, Newsletter) und Earned Media (z. B. Kundenbewertungen, Mundpropaganda) sehr effektiv arbeiten. Peso hilft ihnen, mit wenig Geld viel zu erreichen.

Wie misst man den Erfolg von Peso?

Für Paid: Klicks, Conversions, Kosten pro Acquisition. Für Earned: Reichweite, Shares, Mentions, Sentiment-Analyse. Für Owned: Follower-Wachstum, Zeit auf der Website, Newsletter-Öffnungsrate. Wichtig ist: Du misst nicht nur Umsatz - sondern auch Markenwahrnehmung.

Was kommt als Nächstes?

Wenn du Peso verstanden hast, ist der nächste Schritt: Content-Strategie. Denn ohne guten Content funktioniert Earned und Owned nicht. Was du schreibst, filmst oder postest - das bestimmt, ob Menschen dir vertrauen. Und das ist der wahre Unterschied zwischen einer Marke, die nur Werbung macht, und einer, die wirklich bleibt.