Wenn du in Österreich auf TikTok Inhalte erstellst und dir fragst, Wann zahlt TikTok aus? - dann bist du nicht allein. Tausende Creator hierzulande versuchen, aus ihren Videos Einkünfte zu generieren. Aber die Zahlungsabläufe sind oft unklar, verwirrend oder einfach nicht gut erklärt. Hier kommt die klare, praktische Anleitung - ohne Marketing-Fluff, nur das, was du wirklich brauchst.
Wie funktioniert das TikTok Creator Fund Programm in Österreich?
TikTok zahlt keine direkten Werbeeinnahmen wie YouTube. Stattdessen gibt es das TikTok Creator Fund, eine von TikTok selbst finanzierte Unterstützung für lokale Creator. In Österreich ist dieses Programm seit 2021 verfügbar und wird von TikTok Österreich aktiv beworben. Es zahlt nicht pro View, sondern nach einem geheimen Algorithmus, der Engagement, Reichweite und Originalität bewertet.
Der Fund verteilt monatlich über 100 Millionen US-Dollar weltweit - Österreich ist dabei, aber nicht als Top-Markt. Das bedeutet: Wer in Österreich lebt und Inhalte auf Deutsch oder Österreichisch erstellt, kann mitmachen. Du musst aber mindestens 10.000 Follower haben und mindestens 100.000 Video-Views in den letzten 30 Tagen erreicht haben. Außerdem musst du 18 Jahre alt sein und deine Steuerdaten hinterlegen.
Wann wird das Geld ausgezahlt?
Die Auszahlung erfolgt monatlich zwischen dem 10. und 15. des Folgemonats. Wenn du im Oktober Views und Engagement generiert hast, bekommst du das Geld zwischen dem 10. und 15. November. Es gibt keine Auszahlungen am Monatsende - das ist ein häufiger Irrtum.
Die Zahlung kommt immer auf dein hinterlegtes PayPal-Konto. Banküberweisungen oder andere Zahlungsmethoden sind nicht möglich. Du musst also ein PayPal-Konto mit deinem Namen und deiner österreichischen Adresse haben. Wenn du kein PayPal nutzt, kannst du kein Geld auszahlen lassen - egal wie viele Views du hast.
Die Mindestauszahlungsschwelle liegt bei 2 US-Dollar (ca. 1,85 Euro). Das klingt niedrig, aber viele Creator in Österreich erreichen diese Summe erst nach mehreren Monaten. Ein Video mit 500.000 Views bringt im Durchschnitt zwischen 5 und 20 Euro - je nach Interaktionsrate. Kommentare, Shares und Follower-Wachstum zählen stärker als reine Aufrufe.
Was beeinflusst deine Auszahlungshöhe?
Es gibt keine feste Rate pro View. TikTok sagt selbst: „Wir bewerten den Wert deiner Inhalte anhand von Engagement, Authentizität und Einhaltung der Community-Richtlinien.“ Das bedeutet:
- Ein Video mit 200.000 Views und 50.000 Likes bringt mehr als ein Video mit 500.000 Views und 2.000 Likes.
- Wenn du oft Reels oder Duets nutzt, erhöhst du deine Chancen - das System bevorzugt interaktive Formate.
- Wenn du Musik nutzt, die nicht lizenziert ist, wird dein Video nicht bewertet - auch wenn es viral geht.
- Ein plötzlicher Anstieg an Follower - besonders aus Bot-Accounts - führt zu einer Prüfung und kann die Auszahlung blockieren.
Ein Creator aus Linz, der im Mai 2025 seine Zahlen öffentlich teilte, verdiente im Monat 187 Euro mit 3,2 Millionen Views. Sein Durchschnitt: 5,8 Cent pro 1.000 Views. Ein anderer Creator aus Salzburg kam auf 1,2 Cent pro 1.000 Views - mit denselben Views, aber weniger Interaktion. Der Unterschied: Er hat keine Kommentare beantwortet, keine Challenges gestartet und keine Live-Streams gemacht.
Wie meldest du dich für das Creator Fund an?
Du musst nichts manuell beantragen - wenn du die Voraussetzungen erfüllst, erhältst du eine Benachrichtigung in der App. Gehe dazu in dein Profil, klicke auf das Menü (drei horizontale Linien oben rechts), dann auf „Creator Tools“ → „Creator Fund“. Wenn du die Option siehst, kannst du dich anmelden.
Dann musst du:
- Dich mit deiner echten Telefonnummer verifizieren (österreichische Nummer, keine VoIP-Nummer).
- Deine Steuerinformationen eingeben (für Österreich: Steuernummer, Adresse, Geburtsdatum).
- Ein PayPal-Konto verknüpfen (nur private Konten, keine Business-Konten).
- Die Nutzungsbedingungen akzeptieren.
Die Prüfung dauert 3-7 Werktage. Wenn du abgelehnt wirst, steht meistens „nicht ausreichend Engagement“ oder „inakzeptable Inhalte“. Das ist oft kein Fehler, sondern eine Folge von zu wenig Interaktion oder zu vielen Nutzungsverstößen in der Vergangenheit - selbst wenn du sie nicht bemerkt hast.
Was passiert, wenn du keine Auszahlung bekommst?
Die häufigsten Gründe, warum du kein Geld bekommst:
- Du hast kein PayPal-Konto mit deinem Namen und deiner österreichischen Adresse.
- Du hast deine Steuerdaten nicht vollständig oder falsch eingegeben.
- Du hast in den letzten 30 Tagen weniger als 100.000 Views.
- Du hast ein Video mit urheberrechtlich geschützter Musik hochgeladen - auch wenn du sie nur 3 Sekunden lang nutzt.
- Du hast deine Follower mit gekauften Accounts aufgepumpt - TikTok erkennt das.
- Du hast in den letzten 6 Monaten eine Verwarnung wegen Verstoß gegen die Community-Richtlinien erhalten.
Wenn du alles richtig gemacht hast und trotzdem kein Geld bekommst: Warte einen Monat. Der Algorithmus läuft monatlich neu. Manche Creator bekommen erst im dritten Monat eine Zahlung - auch wenn sie im ersten Monat schon 500.000 Views hatten. Es geht nicht um Menge, sondern um Konsistenz.
Wie viel Geld kannst du wirklich verdienen?
Realistisch gesehen: Wer in Österreich regelmäßig, authentisch und interaktiv Content macht, verdient zwischen 50 und 500 Euro pro Monat. Nur wenige schaffen mehr als 1.000 Euro - und das meistens durch zusätzliche Einkünfte wie Affiliate-Marketing, Markenpartnerschaften oder eigene Produkte.
Ein Beispiel: Eine TikTok-Creatorin aus Graz, die Kochvideos mit regionalen Zutaten macht, hat 45.000 Follower. Sie macht 3-4 Videos pro Woche. Ihre durchschnittlichen Views: 80.000 pro Video. Ihre monatlichen Einnahmen aus dem Creator Fund: 127 Euro. Dazu kommen 300 Euro aus einer Kooperation mit einem Bio-Hof in der Steiermark. Ohne die Kooperation wäre sie bei 127 Euro geblieben.
Das Creator Fund ist kein Einkommen - es ist ein Bonus. Es hilft dir, Zeit und Ressourcen für deine Inhalte zu investieren. Aber du solltest dich nicht darauf verlassen. Die echten Einkünfte kommen von Marken, Shops, Kursen oder Dienstleistungen, die du über TikTok verkaufst.
Was ist mit TikTok Bonus Programmen und Live-Streams?
Ab 2025 hat TikTok in Österreich auch ein neues Programm gestartet: TikTok LIVE Gifts. Wenn du Live-Streams machst, können Zuschauer dir virtuelle Geschenke schicken - diese kannst du in „Coins“ umwandeln und dann auszahlen lassen. Die Auszahlung erfolgt ebenfalls über PayPal, aber nur, wenn du mindestens 1.000 Coins (ca. 10 Euro) gesammelt hast. Die Auszahlung dauert 3-5 Werktage.
Live-Streams sind besonders lukrativ, weil die Interaktion direkt ist. Wer regelmäßig 30 Minuten Live-Streams macht, mit Fragen beantwortet und Zuschauer namentlich anspricht, kann pro Stream 20-80 Euro verdienen - abhängig von der Zeit und der Zielgruppe.
Wichtig: Du musst mindestens 1.000 Follower haben, um Live-Streams mit Geschenken zu aktivieren. Und du musst dich als „Creator“ verifizieren lassen - das geht nur über das Creator Fund-Portal.
Steuerliche Aspekte in Österreich
Das Geld vom Creator Fund ist steuerpflichtig. Es zählt als Einkommen aus selbstständiger Tätigkeit. Wenn du weniger als 30.000 Euro pro Jahr verdienst, kannst du die Kleinunternehmerregelung nutzen - du musst keine Umsatzsteuer abführen. Aber du musst es in deiner Einkommensteuererklärung angeben.
Wenn du mehr als 30.000 Euro im Jahr verdienst - oder wenn du dich als Gewerbetreibender registrierst - musst du eine Gewerbeberechtigung haben, Umsatzsteuer abführen und eine Buchhaltung führen. Viele Creator in Österreich ignorieren das - bis sie eine Prüfung bekommen. Dann ist es teuer.
Empfehlung: Halte deine TikTok-Einnahmen separat. Nutze eine einfache App wie „Finanzmanager“ oder „eRechnung“ für Österreich, um alle Einnahmen zu dokumentieren. Auch wenn es nur 50 Euro im Monat sind - es zählt.
Was kommt als Nächstes?
TikTok plant ab 2026 eine direkte Zahlung über Bankkonto in Österreich - ohne PayPal. Das ist in der Testphase. Auch wird das Creator Fund-Programm ausgeweitet: Creator mit weniger als 10.000 Follower, aber hoher Engagement-Rate, könnten bald auch teilnehmen. Das könnte für viele kleine Creator in Graz, Linz oder Innsbruck eine Chance sein.
Aber: Die Grundregel bleibt. Wer erfolgreich ist, macht nicht nur Videos - er baut Beziehungen auf. Wer nur auf die Auszahlung wartet, wird sie nie bekommen. Wer seine Community liebt, seine Inhalte verbessert und konsistent bleibt - der wird bezahlt. Nicht weil TikTok großzügig ist. Sondern weil er wertvoll ist.
Wann zahlt TikTok aus, wenn ich in Österreich lebe?
TikTok zahlt monatlich zwischen dem 10. und 15. des Folgemonats aus. Wenn du im September Views und Engagement generierst, bekommst du das Geld zwischen dem 10. und 15. Oktober. Die Zahlung erfolgt immer über PayPal und nur, wenn du mindestens 2 US-Dollar (ca. 1,85 Euro) verdient hast.
Wie viel verdient man mit 100.000 Views auf TikTok in Österreich?
Mit 100.000 Views verdienst du im Durchschnitt zwischen 0,50 und 5 Euro - je nach Interaktion. Ein Video mit vielen Likes, Kommentaren und Shares bringt deutlich mehr als ein Video mit vielen Views, aber wenig Engagement. Die durchschnittliche Rate liegt bei 5-15 Cent pro 1.000 Views.
Kann ich TikTok-Geld auf mein Bankkonto bekommen?
Nein, aktuell nur über PayPal. TikTok zahlt in Österreich ausschließlich über PayPal-Konten aus, die mit deinem Namen und deiner österreichischen Adresse verknüpft sind. Banküberweisungen sind nicht möglich. Ab 2026 könnte sich das ändern - aber bis dahin ist PayPal Pflicht.
Brauche ich ein Gewerbe, wenn ich TikTok Geld verdiene?
Nein, wenn du weniger als 30.000 Euro pro Jahr verdienst und es als Nebeneinkommen siehst. Dann nutzt du die Kleinunternehmerregelung. Wenn du mehr verdienst oder dich als Profi siehst, musst du ein Gewerbe anmelden, Umsatzsteuer abführen und Buchhaltung führen. Viele ignorieren das - bis die Finanzbehörde kommt.
Warum bekomme ich kein Geld, obwohl ich viele Views habe?
Weil TikTok nicht nach Views, sondern nach Engagement zahlt. Wenn du viele Views hast, aber kaum Kommentare, Shares oder Follower-Wachstum, zahlt das System wenig. Auch urheberrechtlich geschützte Musik, gekaufte Follower oder Verstöße gegen die Richtlinien führen zu keiner Auszahlung - selbst wenn dein Video viral geht.