Wenn du in Österreich ein Unternehmen hast und auf TikTok erfolgreich sein willst, hast du dich sicher schon gefragt: Sind 3 Posts pro Tag zu viel? Viele sagen, du musst täglich posten. Andere warnen vor Content-Overload. Die Wahrheit liegt zwischen beiden Extremen - und sie hängt von dir ab.
Was passiert, wenn du 3 Mal täglich postest?
Ein Posting pro Tag ist für viele ein Standard. Drei Mal am Tag? Klingt nach Überlastung. Aber TikTok ist kein Instagram. Der Algorithmus belohnt nicht nur Konsistenz, sondern auch Relevanz und Engagement. Wenn du drei qualitativ hochwertige Videos machst, die auf deine Zielgruppe zugeschnitten sind, dann ist das nicht zu viel - das ist strategisch.
Stell dir vor, du betreibst eine Bäckerei in Graz. Du postest morgens ein Video von frisch gebackenen Croissants, mittags eine schnelle Back-Tipps für Zuhause und abends einen Behind-the-Scenes-Clip von deinem Team. Jedes Video hat einen anderen Zweck: Aufmerksamkeit wecken, Wissen vermitteln, Vertrauen aufbauen. Das ist kein Spam. Das ist Content, der funktioniert.
Studien von TikTok selbst zeigen: Nutzer, die mehr als drei Videos pro Tag sehen, bleiben länger auf der App - und sind aktiver. Wenn du deine Posts so planst, dass sie unterschiedliche Bedürfnisse ansprechen, nutzt du den Algorithmus aus - nicht überlastest du ihn.
Warum viele scheitern: Qualität über Quantität
Drei Posts pro Tag klingen einfach - bis du sie wirklich machst. Die meisten scheitern nicht an der Häufigkeit, sondern an der Qualität. Ein Video, das schlecht beleuchtet ist, mit schlechtem Ton und ohne klare Botschaft, bringt dir nichts. Und wenn du drei solche Videos pro Tag hochlädst, dann verliert TikTok das Vertrauen in deinen Account.
Der Algorithmus prüft nicht, wie oft du postest. Er prüft: Wie lange schauen Leute zu? Wie oft teilen sie es? Wie viele Kommentare kommen? Ein einziges gut gemachtes Video mit 50.000 Aufrufen und 2.000 Kommentaren bringt dir mehr als drei durchschnittliche Videos mit je 2.000 Aufrufen.
Ein echtes Beispiel aus Österreich: Eine Wiener Kosmetikmarke postete drei Mal täglich - aber nur ein Video pro Woche war wirklich gut. Die anderen waren schnell aufgenommen, mit Handy-Licht und ohne Text. Ergebnis: Der Account stagnierte. Nachdem sie auf ein Video pro Tag mit hoher Qualität umgestellt hatten, stieg der Engagement-Rate um 180 % in drei Monaten.
Was ist der Goldstandard für Österreich?
In Österreich ist der Markt anders als in den USA oder Deutschland. Die Nutzer sind weniger überflutet mit Content, aber auch weniger geduldig. Du hast nur 3-5 Sekunden, um ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen. Deshalb ist es wichtiger, dass jedes Video klar, kraftvoll und lokal ist.
Die meisten erfolgreichen österreichischen Accounts posten 1-2 Mal pro Tag. Einige, besonders im Food- und Lifestyle-Bereich, schaffen es mit 3, aber nur, weil sie:
- Eine klare Themenstruktur haben (z. B. Montag: Rezept, Mittwoch: Kundenstory, Freitag: Humor)
- Immer denselben Stil nutzen (Farben, Musik, Texte)
- Die ersten 3 Sekunden jedes Videos mit einem starken Hook beginnen
Wenn du keinen Plan hast, dann ist 3 Mal täglich zu viel. Du wirst dich selbst erschöpfen - und deine Zuschauer werden es spüren.
Wie du es richtig machst: Der 3-Post-Plan für Österreich
Wenn du wirklich drei Posts pro Tag willst, dann brauchst du einen Plan. Hier ist ein realistisches, bewährtes Modell für österreichische Unternehmen:
- Morgens (8-9 Uhr): Ein kurzes, ansprechendes Video mit einem Trend oder einer Herausforderung. Beispiel: "Was passiert, wenn man 100g Butter in einen Kuchen steckt?"
- Mittags (12-13 Uhr): Ein nützlicher Tipp, eine Frage oder ein Kundenfeedback. Beispiel: "So löst du den Kuchenboden, der an der Form klebt - 1 Trick aus Salzburg"
- Abends (19-20 Uhr): Eine emotionale, menschliche Geschichte. Beispiel: "Warum wir jeden Tag 30 Brote backen - und warum das wichtig ist"
Diese drei Videos decken drei wichtige Funktionen ab: Unterhaltung, Nutzen und Emotion. Das ist, was TikTok liebt. Und das funktioniert - auch in Österreich.
Was du vermeiden solltest
Vermeide es, drei Videos am Tag hochzuladen, wenn sie alle gleich sind. Das nennt man "Content-Duplikation". Der Algorithmus erkennt das - und reduziert deine Reichweite. Auch wenn du nur 10 Sekunden zwischen den Videos liegst, kann er feststellen: Das ist kein neues Video. Das ist ein Wiederholung.
Vermeide auch, nur aus dem Handy zu filmen, ohne Licht, ohne Ton, ohne Text. TikTok ist kein Instagram-Story-Altlast. Du brauchst klare Struktur. Ein guter Clip hat:
- Einen klaren Anfang (0-3 Sekunden: Hook)
- Eine klare Mitte (3-15 Sekunden: Botschaft)
- Einen klaren Abschluss (15-25 Sekunden: Call-to-Action oder Überraschung)
Wenn du das nicht machst, dann ist selbst ein Posting pro Tag zu viel - weil es nichts bringt.
Wie du testest, ob 3 Posts pro Tag für dich funktioniert
Probiere es 14 Tage lang. Poste jeden Tag drei Videos nach dem oben beschriebenen Plan. Nutze TikTok Analytics. Achte auf:
- Aufrufe pro Video - steigen sie an?
- Durchschnittliche Sehzeit - liegt sie über 7 Sekunden?
- Teilen- und Kommentar-Rate - steigt sie?
Wenn nach 14 Tagen dein Engagement pro Video höher ist als vorher, dann funktioniert es. Wenn nicht, dann reduziere auf zwei - oder sogar eins.
Es gibt keine universelle Regel. Was für eine Bäckerei in Linz funktioniert, funktioniert nicht für einen Bauernhof in Vorarlberg. Dein Publikum entscheidet - nicht der Algorithmus, nicht die Trends, nicht die Influencer.
Was passiert, wenn du aufhören würdest?
Wenn du aufhörst, zu posten, verlierst du Reichweite. TikTok vergisst dich schnell. Aber du musst nicht täglich posten, um relevant zu bleiben. Ein Video pro Tag, das wirklich gut ist, hält deine Reichweite länger als drei schlechte.
Die meisten Unternehmen in Österreich scheitern nicht an zu wenig Content. Sie scheitern an zu viel schlechtem Content. Du willst nicht, dass dein Account als "der mit den 30 Videos, die keiner anschaut" bekannt wird.
Die einfache Antwort
Sind 3 Posts pro Tag auf TikTok zu viel? Nicht per se. Aber nur, wenn sie gut sind. Wenn du sie nicht gut machen kannst - dann ist es zu viel. Wenn du sie gut machen kannst - dann ist es genau richtig.
Dein Ziel ist nicht, täglich zu posten. Dein Ziel ist, jeden Tag einen Grund zu geben, warum jemand dein nächstes Video anschaut. Und das schaffst du mit einem einzigen, starken Video - nicht mit drei halbguten.
Ist es schlimm, wenn ich manchmal nur ein Video pro Tag poste?
Nein, das ist nicht schlimm. Viele erfolgreiche Accounts in Österreich posten nur ein Mal täglich - und haben eine höhere Engagement-Rate als solche mit drei Posts. Qualität zählt mehr als Quantität. Ein starkes Video mit 20.000 Aufrufen ist besser als drei durchschnittliche mit je 5.000.
Welche Art von Videos funktionieren am besten in Österreich?
Videos mit lokalem Bezug funktionieren am besten. Das kann ein Rezept mit österreichischen Zutaten sein, ein Einblick in eine regionale Tradition, oder ein humorvoller Clip mit Wiener Dialekt. Nutzer in Österreich vertrauen Marken, die authentisch und lokal wirken - nicht die, die nach US-Trends klingen.
Wie lange sollte ein TikTok-Video sein?
Die optimale Länge liegt zwischen 15 und 25 Sekunden. Zu kurz (unter 8 Sekunden) bringt zu wenig Information. Zu lang (über 45 Sekunden) verliert TikTok die Aufmerksamkeit. Die ersten drei Sekunden entscheiden, ob jemand weiterguckt - also mach sie packend.
Kann ich auch am Wochenende pausieren?
Ja, du solltest es sogar tun. TikTok belohnt nicht kontinuierliche Aktivität, sondern konsistente Qualität. Wenn du am Wochenende pausierst, aber deine Woche mit starken Videos füllst, bleibt dein Account relevant. Viele Nutzer in Österreich nutzen TikTok am Wochenende intensiver - also poste am Samstag oder Sonntag ein besonders starkes Video.
Was mache ich, wenn meine Videos keine Reichweite haben?
Du hast ein Qualitätsproblem - nicht ein Quantitätsproblem. Analysiere deine letzten fünf Videos: Hat jedes einen klaren Hook? Wurde der Ton gut aufgenommen? Gab es Text oder Untertitel? Wenn du die Antwort "nein" auf zwei oder mehr dieser Fragen hast, dann fange bei Null an. Mache ein einziges perfektes Video - und lerne davon. Reichweite kommt, wenn du etwas schaffst, das Menschen teilen wollen.
Wenn du dich fragst, ob du mehr posten sollst - dann frage dich stattdessen: "Ist mein nächstes Video besser als das letzte?" Wenn die Antwort "nein" ist, dann poste nicht. Warte. Bessere es. Das ist der einzige Weg, der in Österreich wirklich funktioniert.