Die beste Zeit zum Posten auf Social Media: Wann deine Posts am meisten Reichweite bekommen

Die beste Zeit zum Posten auf Social Media: Wann deine Posts am meisten Reichweite bekommen
24 Feb, 2026
von Lukas Schönfeld | Feb, 24 2026 | Social Media Marketing | 0 Kommentare

Wenn du jeden Tag auf Social Media postest, aber kaum Likes, Kommentare oder Shares bekommst, liegt das vielleicht nicht an deinem Content - sondern an der Zeit. Viele denken, dass es reicht, einfach jeden Abend um 20 Uhr zu posten. Aber das funktioniert nicht für alle. Die beste Zeit zum Posten auf Social Media hängt davon ab, wer deine Zielgruppe ist, welche Plattform du nutzt und wann sie wirklich online sind. Es gibt keine einzige Uhrzeit, die für alle funktioniert. Aber es gibt klare Muster, die du nutzen kannst.

Warum die Zeit so wichtig ist

Soziale Medien sind kein Fernsehsender, der 24 Stunden läuft. Jede Plattform hat ihre eigenen Nutzertypen, ihre eigenen Rhythmen und ihre eigenen Hochzeiten. Wenn du um 3 Uhr morgens postest, während deine Zielgruppe schläft, wirst du keine Interaktionen bekommen. Und wenn du um 12 Uhr mittags postest, während alle auf der Arbeit sind, könnte dein Post untergehen. Es geht nicht darum, möglichst oft zu posten. Es geht darum, genau dann da zu sein, wenn deine Leute auch da sind.

Stell dir vor, du bist ein Kaffeehaus-Besitzer in Graz. Du willst, dass deine Kunden am Nachmittag kommen. Du würdest nicht um 6 Uhr morgens Werbung für einen Cappuccino machen, wenn noch niemand auf den Beinen ist. Genau so funktioniert es auch online.

Instagram: Abends ist der König

Instagram ist die Plattform mit den meisten emotionalen Interaktionen - Likes, Kommentare, Saves. Hier ist die beste Zeit zum Posten zwischen 14 Uhr und 16 Uhr und dann wieder von 19 Uhr bis 21 Uhr. Warum? In der Mittagspause scrollen viele Nutzer, um sich zu entspannen. Abends, nach der Arbeit, ist die Zeit für Entspannung, Inspiration und Unterhaltung. Studien von Hootsuite und Later zeigen, dass Posts zwischen 18 Uhr und 20 Uhr die höchste Engagement-Rate haben, besonders bei Frauen zwischen 18 und 34 Jahren.

Wenn du ein kleines Geschäft hast, das lokale Kunden anspricht, dann teste: Poste um 15 Uhr mit einem Bild von deinem Produkt und frag nach der Meinung der Leute. Oder poste um 19 Uhr mit einer Geschichte aus deinem Alltag. Du wirst sehen, wie sich die Interaktionen verändern.

TikTok: Der Spätabend ist die goldene Stunde

TikTok ist anders. Hier geht es nicht um Perfektion, sondern um Authentizität - und die kommt oft nachts. Die beste Zeit für TikTok ist zwischen 18 Uhr und 23 Uhr, mit einem Peak um 21 Uhr. Warum? Die meisten Nutzer sind zwischen 16 und 24 Jahren. Sie kommen nach der Schule, nach dem Abendbrot, nach dem Hausaufgabenstress, nach dem Handyverbot der Eltern. Um 21 Uhr ist der Flow da. Die Algorithmen lieben Videos, die in den ersten 15 Minuten viel Aufmerksamkeit bekommen. Wenn du um 21 Uhr postest, hast du die besten Chancen, in den "For You"-Feed zu kommen.

Ein Beispiel: Ein Fitness-Trainer in Wien postet um 21 Uhr ein 30-Sekunden-Video mit einem einfachen Workout. Innerhalb von zwei Stunden hat es 15.000 Aufrufe. Um 14 Uhr hätte er vielleicht 1.200 gesehen. Der Unterschied liegt nicht im Video - sondern in der Zeit.

Ein Fitness-Trainer in Wien nimmt abends ein kurzes Workout-Video für TikTok auf, das von sanfter Beleuchtung umgeben ist.

Facebook: Der Tag hat zwei Hochzeiten

Facebook ist nicht mehr nur für Omas und Opas. Es ist eine Plattform für Erwachsene zwischen 25 und 55, die nach Arbeit, Familie und Alltag suchen. Hier funktionieren zwei Zeiten besonders gut: 7 Uhr bis 9 Uhr und 12 Uhr bis 14 Uhr. Warum? Morgens, wenn die Leute ihre Kaffee-Tasse halten und das Handy checken. Mittags, wenn sie auf der Arbeit eine Pause machen und kurz scrollen. Abends ist Facebook weniger aktiv. Die Leute schauen lieber YouTube oder Netflix.

Wenn du ein B2B-Unternehmen hast - etwa eine Buchhaltungsdienstleistung - dann poste um 8 Uhr morgens mit einem kurzen Tipp zur Steuererklärung. Oder um 13 Uhr mit einem Beispiel, wie jemand Geld gespart hat. Das ist die Zeit, in der deine Zielgruppe wirklich zuhört.

LinkedIn: Arbeitszeit ist deine Zeit

LinkedIn ist die einzige Plattform, wo du wirklich während der Arbeitszeit posten solltest. Die beste Zeit ist von 8 Uhr bis 10 Uhr und von 17 Uhr bis 19 Uhr. Warum? Morgens, wenn Leute in die Arbeit kommen und sich orientieren. Abends, wenn sie nach Hause fahren und noch etwas lernen oder inspirieren wollen. Die meisten Nutzer sind zwischen 28 und 55 Jahren, oft in Führungspositionen. Sie checken LinkedIn nicht zum Spaß - sie suchen nach Wissen, Netzwerken, Karrierechancen.

Ein Content-Plan für LinkedIn: Poste um 8:30 Uhr mit einem kurzen Gedanken zu Führung. Um 18 Uhr mit einem Erfolgsgeschichte aus deinem Unternehmen. Du wirst sehen, dass die Kommentare von Managers kommen - nicht von Teenagern.

Twitter (X): Live-Feeling, aber nur kurz

Twitter (X) ist schnell. Die Lebensdauer eines Tweets ist oft nur 15 bis 30 Minuten. Hier ist die beste Zeit von 8 Uhr bis 10 Uhr und von 17 Uhr bis 19 Uhr. Besonders gut funktionieren Posts, die auf aktuelle Ereignisse reagieren. Wenn du um 18 Uhr einen Tweet zum Wetter, zur Politik oder zu einem Trend postest, hast du die höchste Chance, dass er weitergeteilt wird. Die Nutzer sind meist zwischen 20 und 45 Jahren, oft Journalisten, Unternehmer oder Tech-Enthusiasten. Sie sind auf der Suche nach Nachrichten - nicht nach Schönheit.

Ein Geschäftsinhaber postet morgens einen LinkedIn-Beitrag in einem Büro mit Blick auf die Stadt.

Wie du deine perfekte Zeit findest

Die oben genannten Zeiten sind gute Ausgangspunkte. Aber sie sind nicht heilig. Die beste Zeit für dich findest du nur durch Tests.

  1. Wähle eine Plattform aus - zum Beispiel Instagram.
  2. Poste an fünf Tagen hintereinander jeweils um 10 Uhr, 14 Uhr, 18 Uhr und 21 Uhr.
  3. Notiere dir: Wie viele Likes, Kommentare, Saves und Klicks bekommst du?
  4. Warte zwei Wochen.
  5. Verlasse dich nicht auf die Durchschnittswerte - schau dir deine eigenen Zahlen an.

Ein Beispiel aus einem kleinen Modegeschäft in Linz: Sie posteten jeden Tag um 19 Uhr. Nach zwei Wochen sahen sie, dass ihre Posts um 15 Uhr mehr Saves und mehr Klicks auf ihren Online-Shop hatten. Sie haben ihre Zeit geändert - und den Umsatz um 42 % gesteigert.

Was du sonst noch beachten solltest

Es gibt noch drei Dinge, die du nicht ignorieren darfst:

  • Wochentage: Montags und Sonntags haben oft niedrigere Engagement-Raten. Dienstags, Mittwochs und Donnerstags sind die stärksten Tage.
  • Feiertage: An Feiertagen scrollen die Leute mehr - aber sie posten weniger. Nutze das: Poste an Heiligabend oder Silvester mit einer warmen Botschaft.
  • Deine Zielgruppe: Wenn du Eltern ansprichst, poste nach der Schule. Wenn du Studenten ansprichst, poste nachts. Wenn du Rentner ansprichst, poste am Vormittag.

Ein B2C-Unternehmen, das Babykleidung verkauft, postete immer um 20 Uhr. Nachdem sie ihre Zielgruppe analysiert hatten, merkten sie: Die meisten Käufer sind Mütter zwischen 28 und 38 Jahren - und die checken ihr Handy um 8 Uhr morgens, wenn sie stillen. Sie wechselten die Zeit - und die Verkäufe stiegen um 61 %.

Was du nicht tun solltest

  • Verlasse dich nicht auf Tools, die dir sagen, "um 14 Uhr ist es immer die beste Zeit" - das ist zu pauschal.
  • Poste nicht nur, weil du es "musst". Ein Post ohne Ziel ist ein verlorener Post.
  • Ignoriere nicht, dass Algorithmen sich verändern. Was 2023 funktionierte, funktioniert 2026 vielleicht nicht mehr.

Die einzige Regel: Beobachte. Teste. Passe an. Wiederhole.

Ist es besser, mehrmals täglich zu posten oder nur einmal?

Es kommt auf die Plattform an. Auf Instagram und TikTok funktioniert ein Post pro Tag gut - besonders wenn er gut geplant ist. Mehr als drei Posts pro Tag können überladen wirken und die Reichweite verringern. Auf LinkedIn und Facebook reicht ein guter Post alle zwei Tage. Wichtig ist nicht die Häufigkeit, sondern die Qualität und die passende Zeit. Besser ein Post zur richtigen Zeit als drei Postings zur falschen.

Was mache ich, wenn meine Zielgruppe in einer anderen Zeitzone lebt?

Wenn deine Zielgruppe zum Beispiel in der Schweiz oder in Deutschland lebt, aber du in Österreich bist, dann gibt es kaum einen Unterschied - die Zeitzonen sind gleich. Wenn du aber Kunden in den USA oder Asien hast, dann musst du unterschiedliche Zeitpläne testen. Nutze die Analyse-Tools der Plattformen, um zu sehen, wo deine Follower sind. Poste dann zu den Hauptzeiten in den wichtigsten Regionen. Oder nutze gezielte Werbung, um deine Inhalte nur in bestimmten Regionen zu zeigen.

Kann ich die beste Zeit für alle Plattformen gleichzeitig nutzen?

Nein. Jede Plattform hat ihre eigene Nutzerstruktur. Was auf Instagram um 19 Uhr funktioniert, funktioniert auf LinkedIn um 17 Uhr. Du kannst zwar Inhalte gleichzeitig veröffentlichen - aber nicht mit derselben Zeit. Nutze Planungstools wie Buffer oder Hootsuite, um Posts für jede Plattform zu einem anderen Zeitpunkt zu schedule. So sparst du Zeit und gewinnst Reichweite.

Warum funktioniert das nicht bei mir, obwohl ich die perfekte Zeit nutze?

Die Zeit ist nur ein Teil des Erfolgs. Dein Content muss auch passen: Ist er relevant? Ist er visuell ansprechend? Hat er einen klaren Call-to-Action? Oft liegt das Problem nicht bei der Uhrzeit, sondern bei der Botschaft. Ein schönes Bild mit "Hallo Freunde" bringt weniger als ein echtes Problem, das du löst. Kombiniere die richtige Zeit mit dem richtigen Inhalt - dann wirst du Ergebnisse sehen.

Gibt es eine allgemeine Regel für alle Social-Media-Plattformen?

Ja: Poste, wenn deine Zielgruppe am aktivsten ist - nicht wenn du am aktivsten bist. Das ist die einzige echte Regel. Die Uhrzeiten, die hier genannt werden, sind nur Orientierung. Deine Daten sind dein Wissen. Wenn du deine Analytics regelmäßig prüfst, wirst du mit der Zeit genau wissen, wann dein Content am meisten Wirkung hat - und das ist viel wertvoller als jede allgemeine Empfehlung.