Kann man in Österreich mit TikTok Views Geld verdienen? So funktioniert's wirklich

Kann man in Österreich mit TikTok Views Geld verdienen? So funktioniert's wirklich
11 Mär, 2026
von Lukas Schönfeld | Mär, 11 2026 | TikTok Marketing Österreich | 0 Kommentare

Vielleicht hast du schonmal ein Video auf TikTok hochgeladen und dich gefragt: TikTok Views gibt’s jetzt auch in Österreich - aber kann man damit wirklich Geld verdienen? Die Antwort ist ja. Aber nicht so, wie du denkst. Es geht nicht einfach darum, 100.000 Views zu kriegen und dann automatisch eine Zahlung zu bekommen. Es ist ein Prozess. Und der funktioniert nur, wenn du weißt, wie du dich positionierst, wen du ansprichst und was du danach tust.

Was passiert mit deinen Views? Nichts - wenn du nichts machst

TikTok zahlt dir nicht pro View. Das ist der größte Irrtum. Ein Video mit 500.000 Aufrufen bringt dir nicht 50 Euro. Nicht mal 5. TikTok hat kein direktes Pay-per-View-System wie YouTube. Stattdessen gibt es nur zwei offizielle Wege, wie du als Creator in Österreich Geld verdienen kannst: über das TikTok Creator Fund und über Markenpartnerschaften.

Das TikTok Creator Fund ist eine Geldquelle, die TikTok in einigen Ländern anbietet - aber nicht für alle. Österreich ist dabei. Du kannst dich bewerben, wenn du mindestens 10.000 Follower hast, mindestens 100.000 Views auf deinen Videos in den letzten 30 Tagen hast und mindestens 18 Jahre alt bist. Aber hier kommt der Haken: Das Fund zahlt nicht nach Views, sondern nach Engagement. Wie lange schauen Leute dein Video? Wie oft likst du? Wie oft teilen sie es? Wie viele Kommentare bekommst du? Je höher diese Werte, desto mehr bekommst du - aber es ist immer noch wenig. Einige österreichische Creator berichten von 50 bis 200 Euro pro Monat, wenn sie regelmäßig hochwertige Inhalte machen. Das klingt nach wenig - und ist es auch, wenn du davon leben willst.

Wie du mit Markenpartnerschaften richtig Geld verdienst

Der wahre Weg, Geld mit TikTok in Österreich zu verdienen, sind Markenkooperationen. Und das funktioniert nur, wenn du eine Nische hast. Es reicht nicht, nur lustige Tanztrends zu machen. Du brauchst etwas, das eine Marke braucht: Vertrauen, Zielgruppe, Konsistenz.

Stell dir vor, du machst Videos über nachhaltige Lebensmittel in Graz. Du zeigst, wo du einkaufst, wie du Abfall reduzierst, welche österreichischen Bio-Produkte du liebst. Du hast 15.000 Follower, und deine Videos bekommen durchschnittlich 80.000 Views. Eine österreichische Bio-Marke wie Alpenhof oder Biobauernhof sucht genau solche Influencer. Sie zahlen dir 300 bis 1.000 Euro für ein Video, in dem du ihr Produkt natürlicherweise einbaust - nicht als Werbespot, sondern als echte Empfehlung.

Du brauchst keine Millionen Views. Du brauchst eine treue Community. Eine Marke kauft nicht Views. Sie kauft Vertrauen. Und das baust du auf, indem du authentisch bleibst. In Österreich ist das besonders wichtig. Menschen hier schätzen Ehrlichkeit. Wer zu viel verkaufen will, verliert schnell Followern.

Was du brauchst, um von TikTok zu leben (nicht nur zu ergänzen)

Wenn du wirklich von TikTok leben willst, brauchst du mehr als ein paar Videos pro Woche. Du brauchst ein System.

  • Eine klare Nische: Du bist kein Allround-Creator. Du bist der TikTok-Creator für österreichische Heimwerker, für Veganer in Salzburg, für Eltern mit Kleinkindern in Linz. Spezialisieren macht dich wertvoll.
  • Eine Content-Planung: Du planst deine Videos mindestens zwei Wochen im Voraus. Du hast Themen, die zu deiner Nische passen - und die Marken auch interessieren.
  • Eine Media Kit: Das ist deine digitale Visitenkarte. Darin steht: Wie viele Follower du hast, welche Demografie deine Zuschauer haben (Alter, Ort, Interessen), welche Durchschnitts-Views du bekommst, und Beispiele von früheren Kooperationen. Du brauchst das, um seriös zu wirken.
  • Eine eigene Website oder Link-in-Bio: Dort verlinkst du deine Produkte, deine Kontaktdaten und deine Media Kit. TikTok selbst ist kein Business-Tool. Es ist ein Fundgrube für Aufmerksamkeit - aber nicht für Verkäufe.

Einige erfolgreiche österreichische TikTok-Creator haben ihre Einkünfte verdreifacht, indem sie neben TikTok auch einen Online-Shop für regionale Produkte eröffneten - wie zum Beispiel eine Künstlerin aus Innsbruck, die mit ihren Videos über Handwerkskunst nicht nur Views generiert, sondern auch ihre Kerzen und Holzspielzeuge verkauft. Sie macht 70 % ihres Einkommens jetzt über TikTok, aber nicht durch das Fund, sondern durch Verkäufe.

Mediakit auf einem Holztisch in Wien mit Follower-Zahlen, Views und einer Brand-Partner-E-Mail.

Was du nicht tun solltest

Es gibt drei Dinge, die dich schnell vom Erfolg abhalten:

  1. Warten auf den großen Durchbruch: Du machst ein Video, es bekommt 20.000 Views, und du denkst: „Jetzt muss es losgehen.“ Aber der Durchbruch kommt nicht durch ein Video. Er kommt durch 50 gute Videos in 6 Monaten.
  2. Die falsche Nische wählen: „Ich mache Comedy, weil das überall läuft.“ Aber in Österreich ist Comedy saturiert. Wer mit einem spezifischen Thema wie „Trekking mit Hund in den Alpen“ oder „Wohnen in einer Altbauwohnung in Wien“ anfängt, hat eine viel bessere Chance.
  3. Vertrauen verkaufen: Wenn du jedes Video mit „Kauft das jetzt!“ endest, wirst du bald nur noch von Bot-Konten kommentiert. Die Leute in Österreich wollen keine Werbung. Sie wollen Geschichten, Tipps, echte Erfahrungen.

Wie du deine erste Kooperation anbietest

Die meisten Creator warten darauf, dass Marken sie kontaktieren. Aber du kannst auch selbst aktiv werden.

Gehe in die Profile von kleinen österreichischen Marken - besonders von jenen, die noch keine Influencer haben. Schau dir an, was sie posten. Dann schreibe eine kurze, persönliche Nachricht: „Hallo [Name], ich mache Videos über [deine Nische] und habe gesehen, dass ihr [Produkt] anbietet. Ich finde das super, weil [konkreter Grund]. Ich würde gerne ein Video mit eurem Produkt machen - ohne Werbe-Text, nur als echte Empfehlung. Ich habe 12.000 Follower und durchschnittlich 65.000 Views pro Video. Könnten wir mal kurz sprechen?“

Du brauchst kein perfektes Video. Du brauchst nur Mut, dich zu melden. Viele kleine Marken in Österreich suchen genau solche Menschen. Sie haben kein Marketingbudget, aber sie brauchen echte Reichweite.

Drei Wege von einem Smartphone: Creator Fund, Markenpartnerschaft und Online-Shop, mit alpinem Hintergrund.

Was andere österreichische Creator verdienen

Ein Creator aus Wien, der Videos über nachhaltige Mode macht, verdient monatlich zwischen 800 und 2.500 Euro - durch 3 bis 5 Kooperationen. Ein anderer aus Salzburg, der Kochvideos mit heimischen Zutaten macht, hat durch TikTok einen kleinen Online-Shop aufgebaut und verdient jetzt 3.000 Euro im Monat. Ein Dritter aus Graz, der nur über Fahrradreparaturen macht, hat eine Kooperation mit einem österreichischen Fahrradladen abgeschlossen und bekommt jetzt 500 Euro pro Video - plus Provision für jeden Verkauf, der über seinen Link kommt.

Es gibt kein Standard-Einkommen. Aber es gibt ein Muster: Wer spezifisch ist, wer authentisch bleibt und wer proaktiv wird, verdient Geld. Nicht durch Views. Sondern durch Beziehungen.

Wie du anfängst - heute

Wenn du jetzt loslegen willst, mach das:

  1. Wähle eine Nische, die du wirklich kennst - nicht was du denkst, dass „trendig“ ist.
  2. Mache 7 Tage lang täglich ein Video - nur über dieses Thema.
  3. Beobachte: Welche Videos bekommen mehr Engagement? Was fragen die Leute in den Kommentaren?
  4. Erstelle ein einfaches Media Kit mit deinen Zahlen (Follower, Views, Durchschnitts-Engagement).
  5. Schreibe 5 persönliche Nachrichten an kleine österreichische Marken - mit einem konkreten Vorschlag.

Das ist alles. Keine teuren Kameras. Kein Studio. Kein Team. Nur ein Smartphone, eine Idee und die Bereitschaft, jeden Tag etwas zu tun - ohne zu wissen, ob es heute funktioniert. Aber du weißt: Wenn du es 30 Tage lang machst, hast du mehr als nur Views. Dann hast du einen Anfang.

Kann man in Österreich wirklich mit TikTok Views Geld verdienen?

Nein, nicht direkt. TikTok zahlt nicht pro View. Du kannst Geld verdienen, wenn du Teil des TikTok Creator Fund bist - aber das ist nur ein kleiner Betrag. Der echte Weg ist, Markenkooperationen anzugehen. Dafür brauchst du nicht Millionen Views, sondern eine klare Nische, authentische Inhalte und eine treue Community.

Wie viel verdient man durch das TikTok Creator Fund in Österreich?

Die meisten österreichischen Creator verdienen zwischen 50 und 200 Euro pro Monat über das Fund. Das hängt von Engagement ab - nicht von Views. Wer 100.000 Views hat, aber nur 2 % Engagement, bekommt weniger als jemand mit 30.000 Views und 15 % Engagement. Es ist ein kleiner Bonus, kein Einkommen.

Was ist ein Media Kit und warum brauche ich das?

Ein Media Kit ist deine digitale Visitenkarte als Creator. Es enthält deine Follower-Zahl, deine Durchschnitts-Views, die Demografie deiner Zuschauer (Alter, Ort, Interessen) und Beispiele von früheren Kooperationen. Marken schauen darauf, bevor sie mit dir arbeiten. Ohne Media Kit wirkt du unprofessionell - selbst wenn du viele Views hast.

Wie finde ich passende Marken in Österreich?

Schau dir lokale Marken an, die noch keine Influencer haben - besonders kleine Bio-Läden, Handwerker, regionale Mode-Labels oder Nachhaltigkeits-Startups. Gehe auf ihre Instagram- oder Facebook-Seiten, schau dir ihre Produkte an und schreibe eine persönliche Nachricht. Sag ihnen, warum dein Publikum genau zu ihrem Produkt passt. Das ist der Schlüssel.

Brauche ich viele Follower, um Geld zu verdienen?

Nein. 10.000 Follower sind der Mindestanspruch für das Creator Fund. Aber viele Marken arbeiten mit Creators ab 5.000 Follower - wenn die Engagement-Rate hoch ist. In Österreich ist eine kleine, aber treue Community wertvoller als 100.000 passive Follower. Eine Marke will nicht nur Reichweite. Sie will Vertrauen.