Zum Social-Media-Hit – Ganz ohne Aktivität

Am Beispiel Apple lässt sich ein interessantes Phänomen erkennen: Man ist in den sozialen Netzwerken in aller Munde, besitzt dabei aber einen inaktiven Account. Wir sind diesem Marketing-Paradoxon nachgegangen.

Es gibt wunderbare, intelligente Marketing-Strategien, die nach wochenlangem Kopfzerbrechen entstanden sind. Es gibt natürlich auch Marketing-Strategien, die völlig in die Hose gegangen sind und so schlecht waren, dass man trotzdem darüber spricht.

Dann gibt es Apple. Man hat schlichtweg keine Marketing-Strategie – in den Sozialen Medien wohlgemerkt – und somit auch keine Präsenz in diesen Netzwerken. Die Folge? Jeder spricht darüber! Die Präsentation eines neuen iPhones gehört beispielweise zu einem der größten Spektakel auf Facebook, Twitter und Co.

Das Apple-Phänomen

Zurückzuführen ist dies auf eine fanatische Fanbasis, die sich gerne via Social Media über neue Produkte oder Updates informiert und sich auch gerne an Spekulationen beteiligt. So kommt es, dass ohne Apples Zutun man oftmals zum Trend-Thema Nummer 1 – etwa auf Twitter – wird. Am Beispiel der Präsentation des neuem iPhone 10 erkennt man dieses Phänomen besonders gut: In unserer Agentur ist es das Hauptgesprächsthema, in den Sozialen Medien sowieso.

Von Apple gab es weder einen Tweet, noch ein schlichtes Facebook-Posting dazu. Wenn man einen Blick auf die Facebook-Seite des IT-Riesen wirft, findet man zwar eine leere Pinnwand, aber dennoch knapp 8 Millionen Fans.

Wenn jemand anders sich um das Marketing kümmert

Doch warum ist das so? Jedes andere Unternehmen würde massive Umsatz-Einbußen hinnehmen müssen, wenn man sich an Apple ein Beispiel nimmt und Social Media-Marketing völlig vernachlässigt. Apple wurde jedoch 1976 gegründet, noch bevor es überhaupt das Internet – in der Form wie wir es kennen – gegeben hat.

Der Clou dahinter: Die Fanbasis erledigt das Social Media-Marketing für Apple. Millionen an Usern müssen nicht erst durch Werbung dazu animiert werden, über ein Produkt zu sprechen, sondern sie tun es von ganz allein. Ein Traum für jedes Unternehmen, der aber nur für Apple in Erfüllung ging.

iTunes und Co.

Apple ist jedoch nicht völlig auf sozialen Plattformen abwesend. iTunes ist beispielsweise um einiges aktiver als der Apple-Hauptaccount und besitzt daher ganze 20 Millionen Follower mehr. Ein Vergleich mit der Konkurrenz offenbart auf den ersten Blick ebenfalls ein gewaltiges Defizit: Huawei bringt es auf ganze 46 Millionen Follower auf Facebook – übertrumpft daher Apple um einiges. Sieht man aber etwas genauer hin, erkennt man, dass sich die Social Media Community häufiger über Apple und deren Produkte unterhält.

Apples (A)Social Media-Strategie sucht aber seinesgleichen. Kein anderes Unternehmen dieser Größenordnung erlaubt es sich, auf eine ordentliche Präsenz auf diversen Plattformen zu verzichten. Was wiederum Apple in die Karten spielt: Man ist der einzige, der darauf verzichtet und somit gegen den Strom schwimmt. Da ja jemand anders den Marketing-Part übernimmt.

 

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