Es war einmal im Social Web – bye bye studivz, uboot & Co

Aus den Augen aus dem Sinn? Viele der Vorgänger von Facebook sind zwar nicht mehr da, aber sie zu vergessen würden wir nie wagen. Denn heute können wir mit Stolz sagen: Wir waren noch live dabei! Schöne, wie auch peinliche Erinnerungen an unsere Teenagerzeit kommen beim Gedanken an studiVZ & Co hoch. Klicken wir uns rein, auf eine Reise in eine unvergessliche Vergangenheit.

MySpace & Co können zu den Ursprüngen der Social Networks gezählt werden. Aber was einst war, ist heute nicht mehr – zumindest nicht so wie wir es kennen. Hat man als Jugendlicher vor zehn Jahren die Online Welt auf Plattformen wie sms.at oder uboot entdeckt, ist heute Facebook das Non-Plus-Ultra. Wie geht es aber den Vorgängern von Facebook heute und was wurde aus den ehemaligen Pionieren? Wir haben einen Blick zurück geworfen:

 

Es hat sich ausgegruschelt

Ja, zugegeben: Es hat sich ausgegruschelt, aber studiVZ lebt noch. Was einst 2005 gegründet wurde, hält sich tapfer und kann heute laut Angaben noch 600.000 aktive Nutzer im Monat verzeichnen. Die Plattform für Studenten konnte in seinen Anfängen gemeinsam mit meinvz und schülervz ungefähr 16 Millionen Mitglieder gewinnen. Das Ganze scheint aber trotzdem etwas eingeschlafen zu sein, denn die Daten auf der Website wurden zuletzt 2011 aktualisiert. Nicht besonders zeitgemäß! Könnte wahrscheinlich darauf zurückzuführen sein, dass die Plattformen harte Schläge einkassieren mussten: So ist schülervz seit 2013 Geschichte. StudiVZ und meinVZ schlagen sich jedoch wacker.

studivz

Kaum zu glauben ist, dass studiVZ tatsächlich erst nach Facebook gegründet wurde. Ein Blick ins Netzwerk zeigt: Facebook galt mehr als Vorlage als einem lieb ist. Alleine die Funktion „Gruscheln“ welche das Pendant zum „Anstupsen“ darstellt, spricht Bände. Aber damals hatte noch niemand von uns geahnt, dass Facebook bereits existiert und unsere (Social Media) Welt derart einnehmen wird.Lichtschalter neues studiVZ altes studiVZ

StudiVZ hat 2011 einen Relaunch gewagt, der aber nicht das erhoffte Revival mit sich brachte. Die alte Seite existiert weiterhin parallel zur neuen. Mittels „Lichtschalter“ lässt sich zwischen den beiden Seiten hin und her knipsen. Es ist still geworden, aber noch längst nicht ausgestorben: Vereinzelt finden sich Gruppen die zuletzt 2016 oder sogar erst dieses Jahr aktualisiert wurden. Das nennen wir Durchhaltevermögen!

 

MySpace oh MySpace

Als das erstes Soziale Netzwerk hat sich MySpace entpuppt, nachdem es 2002 online ging und ursprünglich Musikern diente, sich mit Fans und Gleichgesinnten auszutauschen. So konnten beispielsweise auch Playlists für das eigene Profil erstellen werden, nur um anderen seinen (guten) Musikgeschmack zu präsentieren. Bald hat sich daraus aber das größte und beliebteste internationale Social Network herausgebildet.

Schwellt man in Erinnerungen an das MySpace „von früher“, dann ist da dieser eine User, den man unweigerlich mit MySpace in Verbindung bringt. Die Rede ist von MySpace Tom. Tom war einer der Gründer von MySpace und hat daraufhin mit seinem Profil alle neuen Nutzer standardmäßig begrüßt und willkommen geheißen. Der Typ im weißen T-Shirt ist heute auf Instagram aktiv, lustigerweise unter dem Namen myspacetom – wer also möchte, kann sich wieder mit ihm vernetzen. Tom freut sich bestimmt.

Instagram-Profil von MySpace Tom
MySpace Tom präsentiert auf seinem Instagram-Profil sein neues Hobby.

Eingeschlagen wie ein Komet, wurde Myspace im Jahr 2005 schließlich vom Medienkonzern News Corp. gekauft. Facebook ließ jedoch nicht lange auf sich warten und hat die Plattform in den darauffolgenden Jahren überholt, wenn nicht sogar überrundet. Hoch geflogen und tief gefallen, wurde die Plattform 2011 schließlich wieder verkauft. Auch hier wurde, wie bei den anderen Plattformen und interessanter Weise zur gleichen Zeit, ein Relaunch durchgeführt. Aus der Asche ging 2012 das „neue Myspace“ hervor. Dank Miteigentümer Justin Timberlake, dreht sich jetzt wieder alles um das einstige Kernthema: Die Musik. Reinschauen kann nicht schaden!

Andere Netzwerke sind aber leider nicht so zäh und mussten sich nach geraumer Zeit geschlagen geben. Aber, Erinnerungen bleiben! Lassen wir sie wieder aufleben:

 

Tief versunken – aber unvergessen!

UBoot – die grün-schwarze Website, e schon wissen! Einst beliebteste österreichische Online-Plattform für Jugendliche – und heute Kult. Wer heute wieder einen Blick auf sein altes Profil werfen möchte, sucht vergebens. Denn auch uboot ist in den Tiefen des WWW versunken und nicht mehr aufspürbar.

Dabei hat doch alles so gut begonnen: 1999 in Österreich gegründet, wurde uboot in der DACH-Region und England populär. In seiner Blütezeit 2006, hatte die Plattform 6 Millionen registrierte Nutzer. Und wie es manchmal so schnell gehen kann, waren es plötzlich 2010 nur mehr 200.000 User. Die neue Konkurrenz am Markt, der Umstand, dass seit 2002 kein gratis SMS-Versand mehr möglich war, steigende Bekanntheit von MySpace in Österreich und der Siegeszug von studiVZ, beförderten uboot schnell ins Aus.

Ebenso wie studiVZ wurde auch uboot 2011 daher einer Renovierung unterzogen, welche jedoch erfolglos blieb. Mit dem Relaunch wollte man sich an Facebook & Co anpassen: Ab sofort war es möglich seinen Status auch auf Facebook oder Twitter zu posten. Bis 2013 konnte man schließlich auf uboot noch seiner Leidenschaft für Nicknames und Chats, Adressbücher, Fotoalben und Videos frönen. Danach war es leider aus und vorbei.

 

ICQ

Nicht zu vergessen, sind natürlich auch die Vorgänger von Skype, Whatsapp & Co. Noch längst waren keine Smartphones und Apps dagewesen, haben sich Online-Messenger großer Beliebtheit gefreut. „Chatten“ war damals die Lieblingsbeschäftigung nach der Schule. 1996 gestartet, hat ICQ mehr als 470 Millionen Nutzer weltweit tagtäglich beschäftigt. Da der Messenger aber den Durchbruch der  ersten Smartphones verpasst hat, war er erst 2010 mobil verfügbar und kann heute als mobiler Spätzünder betitelt werden. Auch die rising stars der social networks erschwerten ICQ den Weg. Aber in Russland ist ICQ auch heute noch populär und prägt dort die Webkultur, sowie es uns damals die Nachmittage im Chat mit unseren Friends versüßte.

Ein bisschen Nostalgie schwebt schon in der Luft, beim Gedanken an die Zeit. Schön war sie und leider schon wieder viel zu lange her. Unser Rat: Wer noch die Zugangsdaten seiner alten Profile aufstöbern kann, sollte unbedingt einen Blick darauf werfen – hoher Spaß- sowie Peinlichkeitsfaktor garantiert. 😉

 

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