Social Media: Ein Blick in die Zukunft

Die AllFacebook Marketing Conference lud am 17. März 2016 ins ICM Kongresszentrum München zum gemeinsamen Gedankenaustausch. Das erfolgreichste Facebook- & Social-Media-Marketing-Event im deutschsprachigen Raum wartete mit spannenden Trends, Themen und gewagten Thesen auf.

In drei Sälen gleichzeitig präsentierten 30 Speaker ihre innovativen Ideen, kreativen Konzepte und die besten Strategien im Social-Media-Marketing. Mehr als 500 Teilnehmer lauschten gespannt, als der Frage nach dem „next big thing“ auf den Grund gegangen wurde.

Mit Facebook Instant Articles steht eines der absoluten Highlights in den Startlöchern, erfolgt am 12. April doch der weltweite Release des neuen Features für Publisher. In seinem Vortrag zeigte Hendrik Luehrsen, Gründer der Agentur Luehrsen // Heinrich und Spezialist im Bereich Corporate Blogging, die Vor-, aber auch die Nachteile des gehypten Tools auf.

Lob und Kritik für Instant Articles

Während Instant Articles Usern dank ultrakurzer Ladezeiten ein schnelleres, flüssigeres Nutzererlebnis bietet, dürfen sich Publisher über eine höhere Shareability und mehr Reichweite auf Facebook, der „Währung des heutigen Journalismus“, freuen. Auch würden Unternehmen künftig weniger Serverinfrastruktur benötigen, da Artikel zu Facebook ausgelagert würden.

 

Hendrik Luehrsen erklärt die Ängste der Publisher
Hendrik Luehrsen erklärt die Ängste der Publisher vor Facebook Instant Articles.

Und hier liegen die Risiken, hebt Luehrsen den Verlust der Kontrolle über die Distribution hervor. Publisher hätten weniger Möglichkeiten zur Kuration von Inhalten, die Abhängigkeit vom Wohlwollen des sozialen Netzwerks stiege bedeutend an, „denn nicht der Publisher bestimmt über die Auslieferung der Inhalte, sondern Facebook.“ Startseiten würden unglaublich an Relevanz verlieren. Luehrsen sieht außerdem die Gefahr einer verstärkten Konzentration auf Headline- und Top-Ten-Journalismus, unter dem die Qualität leide, und spricht gar von einer „Dystopie des Journalismus“: Instant Articles könnten laut Luehrsen zu einer Verstärkung der Filterblase führen.

Snapchat: die Herausforderung

Während die Teenies dieser Welt fröhlich vor sich hin snappen und den Dienst, bei dem mittels Bildern und Videos kommuniziert wird, blind beherrschen, ist Snapchat für viele in der Branche noch eine Fremdsprache. Torben Einicke, Gründer und Geschäftsführer von F9, einer Beratung für digitale Kommunikation, betonte in seinem Vortrag die Herausforderungen, vor die Unternehmen durch das „Aufmerksamkeitsmonster Snapchat“ gestellt seien.

Torben Einicke: „Wer auf Snapchat langweilt, fliegt raus.“
Torben Einicke: „Wer auf Snapchat langweilt, fliegt raus.“

„Vergesst eure bisherigen Content Strategien, Snapchat ist anders!“, warnt Einicke. Unternehmen und Agenturen müssten Mut beweisen und sich von High-End-Formaten verabschieden, denn „immer nur die schöne heile Markenwelt zu zeigen, langweilt.“ Auf Snapchat würden vielmehr authentische, direkte Inhalte zählen, alles andere werde von den Nutzern nicht angenommen. Um jeden Preis auf den Zug aufzuspringen sei aber nicht richtig – Authentizität stehe auf Snapchat über allem. „Macht Fehler, zeigt auch mal, dass ihr nicht perfekt seid.“

Messenger Marketing als „New Hype“

Ein weiterer Schwerpunkt der diesjährigen Konferenz lag auf der zukünftigen Verwendung von Messenging-Diensten im Social Media Marketing. Neben Snapchat lag der Fokus dabei primär auf dem Big Playern Facebook Messenger und WhatsApp. Verschiedene Business Versionen mit neuen Funktionen sind in den USA bereits verfügbar und werden in den nächsten Monaten auch im deutschsprachigen Raum Einzug halten. Speziell die Möglichkeit, Personen via Push-Nachrichten auf neue Produkte, Angebote u.ä. aufmerksam zu machen, erregte enorme Aufmerksamkeit bei den anwesenden Marketeers. In nicht allzu ferner Zeit werden sowohl Kundenkommunikation, als auch Verkauf und Beratung vermehrt über direkte Kommunikationstools abgewickelt werden, in welche auch. Ein weiterer Pluspunkt dieser Kanäle stellt die einfache Einbindung von bekannten Apps wie Spotifiy oder Uber dar.

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360-Grad-Videos und Virutal Reality

Den nächsten unaufhaltsamen Trend im Web 2.0 stellen zweifellos 360-Grad-Videos dar. Nicht nur Facebook-Gründer Mark Zuckerberg sieht darin eine der wichtigsten Möglichkeiten, Social Media für die User noch greif- und erlebbarer zu machen. Hierzu lieferte Clarence Dadson, seines Zeichens Inhaber von Design4Real, einer Crossmedia-Agentur mit genau diesem Schwerpunkt, interessante Einblicke in bereits Mögliches und einen noch weitreichenderen Ausblick auf die nächsten Jahre. Professionelle Umsetzungen sind zwar im Moment noch ziemlich kostspielig, da allein das Equipment schon mit mindestens 20.000 Euro zu Buche schlägt. Bis dato setzen daher in erster Linie große US-Networks wie CNN oder Konzerne wie Red Bull, Nike oder Lufthansa diese neue Technologie im Rahmen von professionellen Werbekampagnen um.

Qipu.de: Best Practice zu Influencer Marketing via Reachhero
Qipu.de: Best Practice zu Influencer Marketing via Reachhero

Big Business mit Influencern

Dem Influencer-Marketing widmete sich Alex Wagner, Head of Marketing & Product bei Qipu.de, Deutschlands größtem Cashback-Anbieter, in seiner Präsentation. Unter dem Claim „Wieso wir 16-jährigen Mädchen tausende Euro für Videos zahlen“ fasste Wagner die aktuelle Situation treffend zusammen: Von der Reichweite, die Influencer auf Kanälen wie Instagram oder YouTube haben, der Fanbasis und der Authentizität der Influencer würden Marken enorm profitieren. Wichtig sei, die Key Message in den Content zu integrieren und ehrlich zu sein, Produktplatzierungen nicht zu leugnen. Laut Wagner ist es inzwischen auch normal, Influencer pro Auftrag festlich zu entlohnen: „2.000 bis 7.000 Euro sind realistische Beträge, die Influencern gezahlt werden.“

Daumen hoch: Die AFBMC in München war ein voller Erfolg.
Daumen hoch: Die AFBMC in München war ein voller Erfolg.

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