Snapchat. Diese Nachricht zerstört sich von selbst.

Erstmals 2011 erschienen, stellt Snapchat einen kostenlosen Instant-Messaging-Dienst dar, der auf Smartphones und Tablets genutzt werden kann. Fast erinnert der Dienst ein wenig  an die geheimen Auftragsnachrichten von Agent Ethan Hunt, die sich nach einigen Sekunden selbst zerstören. Dabei ist Snapchat alles andere als eine Mission Impossible.

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Was ist Snapchat und brauche ich wirklich noch einen Messaging-Dienst?

Für die einen ist es eine WhatsApp-Alternative, für die anderen ein Facebook-Killer. Im Grunde genommen ist es eine Mischung aus Messenger und sozialem Netzwerk

Als Logo wurde ein simpel gezeichneter und im Comicstil gehaltener Geist gewählt. Sicherlich auch aus dem Grund heraus, wie der Dienst funktioniert.  Mit der kostenlosen App können Fotos und Videos aufgenommen, kreativ bearbeitet und an Kontakte verschickt werden. Genutzt wird der Dienst aber auch für private Nachrichten, welche über den Chat kommuniziert werden können. Das Besondere an Snapchat ist, dass Empfänger der Dateien und Nachrichten die Inhalte bis zu maximal zehn Sekunden lang betrachten können. Zeitdruck herrscht auch beim Abrufen der Snaps. So verschwinden Messages spurlos, wenn sie nicht innerhalb von 24 Stunden abgerufen werden. Übrig bleibt nichts außer der unbefriedigten Neugierde ihres Empfängers.

Warum Snapchat?

Bereits im September 2013, also knapp drei Jahre nach dem Start von Snapchat, versandte der Dienst 350 Millionen Nachrichten pro Tag. Neuesten Statistiken zufolge steigerte sich dies auf rund 700 Millionen Nachrichten täglich. Die Zahl der monatlich aktiven Nutzer beläuft sich auf rund 100 Millionen. Für läppische Drei Milliarden Dollar von Facebook aufgekauft zu werden, lehnten die Snapchat Gründer Robert Murphy und Evan Spiegel da guten Gewissens ab. Mittlerweile liegt der Dienst mit seiner Aktivität weltweit nur knapp hinter seinem Kaufinteressenten auf Platz 3. Laut Daily Mail könnte Snapchat in der Lage sein, sowohl den Facebook-Giganten als auch Instagram, vor allem beim jungen Publikum (meist unter 25 Jahre und weiblich), zu überholen. Twitter hat man zumindest in den USA sogar schon überholt.

Snapchat gründet aber vor allem auf folgendem Gedanken: Nutzer an eine App zu binden, indem sie auf den Faktor „Zeit“ bzw. auf die flüchtige Existenz von Inhalten setzt. Denn wer nichts verpassen möchte, muss mindestens einmal täglich nachschauen, ob es etwas Neues gibt. Sonst ist die Information weg, ohne sie gesehen zu haben. Damit will die App ein Gegengewicht zu anderen Kanälen setzen, in denen Inhalte meist ein Leben lang verfügbar sind.

Sicherheitslücken:

Der Gedanke „ist ja eh gleich wieder weg“ wiegt die User aber in trügerischer Sicherheit. Denn nach zehn Sekunden heißt es keineswegs auf „Nimmerwiedersehen“. Bereits im August 2013 wiesen Datenschützer den Betreiber auf kritische Sicherheitslücken hin. Aufgrund einer ausbleibenden Reaktion darauf, wurden rund 4,6 Millionen Daten von Nutzern auf der Website der Datenschützer veröffentlicht. Die Lücke wurde erst Anfang Januar 2014 von der eigenen Software entfernt. Nur einen Monat später wurde eine erneute Sicherheitslücke bekannt, die es Hackern ermöglichte tausende Nachrichten an die Anwender zu versenden. Im Oktober 2014 ist ein Bildarchiv mit knapp 200.000 privaten Fotos aufgetaucht, das vor allem unangemessene Bilder von Minderjährigen zeigt. Wie diese ins Internet gelangen konnten, wurde bisher nicht geklärt.

Snapchat ein Marketing-Tool?

Trotz Sicherheitslücken erfreut sich Snapchat immer größerer Beliebtheit, vor allem bei Usern zwischen 13 und 17 Jahren. Nun hat die Gratis-App ihr Angebot erweitert. Wer möchte, kann durch sein Leben führen, eine Art visuelles Tagebuch erstellen und so seine eigene Geschichte erzählen. Jene Fotos bleiben, im Gegensatz zu den flüchtigen Momentaufnahmen, bis zu 24 Stunden gespeichert und somit sichtbar. Das können auch Firmen für sich nutzen, um Bewusstsein beim Zielpublikum zu schaffen:

Snapchat ist grundsätzlich ein gutes Marketinginstrument, da man anhand von einigen Aktionen viel Nutzen für seinen Auftritt im Bereich Social Media ziehen kann. So kann man dem Publikum z.B. einen anderen virtuellen Zugang zu Live-Events, wie neuen Produkteinführungen oder Fachmessen bieten. Wichtig hierbei ist immer eine andere, authentischere Sichtweise auf das Event selbst, als es auf anderen Plattformen oder vor Ort geboten wird. Dasselbe gilt auch für Informationen, die vor allem exklusive und private Inhalte liefern sollen. Der Designer Michael Kors  z.B. hat auf Snapchat einen einzigartigen Vorab-Einblick in seine neue Kollektion gewährt. Ein Dienst, den er exklusiv dem Snapchat-Publikum geboten hat. Der Marketing Trick besteht also offenkundig darin, dem Publikum das Gefühl zu vermitteln, Teil einer einzigartigen Welt zu sein. Dasselbe gilt auch für Angebote nur für Snapchat-User. Rabatt-Codes für bestimmte Artikel sehen die User erst, wenn sie die Firmen-Story zu Ende rezipiert haben. Hintergrundinformationen, News, Angebote, Rabatte und Co. dürfen demnach tatsächlich ausschließlich über Snapchat angeboten und somit exklusiv für diesen Kanal verfügbar sein. Absolute Vorreiter in Sachen Snapchat sind vor allem die Beispiele von Audi  und WWF .

Audi benutzte den Super-Bowl für ihre Snapchat-Kampagne und erreichte innerhalb von 48 Stunden nicht nur 10.000 Follower, sondern wurde auch Nummer 1 Thema während des Spiels.

Der WWF griff die Snapchat-Idee der schnellen Zerstörung auf und startete ihre Kampagne unter dem Namen „Don’t let this be my #LastSelfie“.

Es gibt aber mittlerweile auch Künstler, die gut von der App leben können, so wie Geir Ove Pedersen, welcher als DER Snapchat-Influencer überhaupt gehandelt wird. Zu seinen Kunden gehören unter anderem Starbucks, Air France oder auch Walt Disney World.

In Sachen Nutzung sind der Kreativität mit dieser App also kaum Grenzen gesetzt.

Fazit:

Snapchat ist eine authentische Plattform, die mithilfe von Real-Time Marketing Auswirkungen auf die Follower hat und den Firmenstandpunkt stärken kann. Wichtig dabei ist, dieses Tool exklusiv und kreativ gegenüber anderen Kanälen zu behandeln, sodass eine eigene Welt geschaffen und die Nutzer gebunden werden können.

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