Frischer Wind im Mitmach Web

… und warum Facebook immer noch der Vorreiter am Social Media-Markt ist.

Das Jahr 2012 verlief für Facebook – das größte Soziale Netzwerk weltweit – bisher nicht gerade prickelnd: Der verpatzte Börsengang am 18. Mai und das Abstimmungsdebakel rund um die Einführung neuer Datenverwendungsrichtlinien vor wenigen Tagen kratzten gewaltig am Image des Zuckerberg-Imperiums. Der US-Finanzexperte Erick Jackson sieht allerdings, vor allem aufgrund der fehlenden Strategie für den mobilen Markt, schwarz für den derzeitigen Social Networks- Marktführer und glaubt, dass Facebook in spätestens zehn Jahren von der Bildfläche verschwunden und bedeutungslos sein wird.

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Social Media

Fans: der Facebook-Faktor

Obwohl Facebook von den Usern immer wieder heftige Kritik erntet, ist eine Massenflucht der fast eine Milliarde zählenden Mitglieder momentan schier undenkbar. Schließlich wurde bis dato noch kein neues Soziales Netzwerk gelauncht, welches tatsächlich eine vergleichbare Alternative zu Facebook darstellt. Darüber hinaus empfinden die meisten User das Betreuen ihres Profils auf zwei ähnlichen Online-Plattformen als mühsam und sinnlos. Google versuchte mit seinem Social Network Google+, Facebook die Stirn zu bieten – allerdings vergebens. Trotz der Implementierung interessanter Features, wie den Circles oder Hangouts, und einer Vielzahl von Mitgliedern wächst die Zahl der aktiven Google+ User nur sehr schleppend. Aus der Microsoft- Schmiede stammt die neue Online- Plattform „So.cl“, die vor Kurzem an den Start ging. Das Layout von So.cl erinnert zwar stark an Google+, das Microsoft-Netzwerk versucht sich jedoch als eine Art Lernplattform für Studierende zu etablieren, die vor allem den multimedialen Informationsaustausch erleichtern soll. Die integrierte Suchmaschine „Bing“ bildet den Kern des Social Networks. Microsoft will mit seiner neuen Plattform nicht mit dem Partner Facebook konkurrieren, denn man kann sich bei So.cl sogar mit seinem Facebook Account einloggen. Nach einer monatelangen Pause plant das dezentral organisierte Soziale Netzwerk „Diaspora“ noch in diesem Sommer einen Neustart und will mit Unabhängigkeit und Anti-Kommerz bei den Usern punkten. Ob ein Social Network mit diesem Grundgedanken überleben kann, wird sich zeigen. Frischen Wind in die Social Media- Welt bringen definitiv die Special Interest Social Networks.

Alternativen in Nischenform

Anstatt die Massen ansprechen zu wollen, konzentrieren sich diese Online-Plattformen auf bestimmte Communitys. Bei „ReBrick“ beispielsweise haben alle Fans der bunten Lego-Steine die Möglichkeit, sich auszutauschen, Freundschaften zu schließen oder ihre Lego-Kunstwerke zu präsentieren. Das brandneue österreichische Online- Netzwerk „Wir Bauern online“ hat sich wiederum zum Ziel gesetzt, Landwirte untereinander besser zu vernetzen und seinen Mitgliedern einen Raum für fachlichen Austausch zu bieten. Eine weitere Austro-Plattform nennt sich „Sankt Onlein“. Dieses regionale Netzwerk will sich mit einer Kombination von drei verschiedenen Angeboten hervorheben; die „Buam“ und „Madln“ können die Plattform zur Pflege von Freundschaften nutzen und nebenbei die digitale Zeitung „Onleiner“ nicht nur lesen, sondern auch mitgestalten. Für Unternehmen, Vereine oder Fanclubs ist vor allem
der regionale Markplatz von Sankt Onlein interessant. Bis Ende des Jahres will Sankt Onlein mit seinem innovativen Konzept mindestens 100.000 Internetnutzer ködern.

Ein Gigant, viele Zwerge

Wie man sieht, gibt es neben dem übermächtigen Platzhirsch Facebook noch genug virtuellen Raum für individuelle Interessensgruppen und weitere Social Networks. Bevorzugt hält man sich im World Wide Web aber meist dort auf, wo die eigenen Freunde sind, und derzeit sind Menschen aus aller Welt in allen Altersgruppen auf Facebook zu finden: Vom Onkel,
der in New Orleans lebt, bis zur besten Freundin aus der Schulzeit. Dies wird voraussichtlich auch in Zukunft so bleiben. Nicht zu unterschätzen ist außerdem die große Reichweite, die Facebook sowohl internationalen als auch regionalen Unternehmen bietet – und zwar weltweit. Und genau diese unglaublich enorme Reichweite lässt letztlich vor allem Unternehmerherzen höher schlagen.

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