Wenn „zwitschern“ sinnvoll ist

… und warum Hashtag-Seiten als Marketingtool für Unternehmen an Relevanz gewinnen werden.

Jeder hat schon vom Mikroblogging- Dienst mit den 140-Zeichen-Nachrichten gehört. Sehr aktuell ist er, ideal für schnelle Information und die neuesten Promi- Gerüchte. Doch wer ist da überhaupt dabei, welche Möglichkeiten bietet Twitter und macht es auch für Unternehmen Sinn, zu twittern?

Twitter Tweet Zwitschern Social Web
Zwitschern im Social Web

Österreich zwitschert mit

Gegründet wurde der Dienst im Jahr 2006. Während Twitter weltweit schon von mehr als 500 Mio. Nutzern verwendet wird, gibt es in der Alpenrepublik insgesamt etwa 81.000 registrierte Benutzer, wovon knapp 40.000 ihren Account aktiv verwenden. Circa drei Viertel der aktiven österreichischen Twitterer zwitschern auch selbst für ihre Follower, ein Viertel verwendet Twitter nur passiv, um Tweets zu lesen. Doch handelt es sich dabei nur um alltäglichen Klatsch und Tratsch, oder gibt es auch Nachrichten mit Mehrwert? Wer sind die einflussreichen Personen im Mikroblogging-Dienst, also die echten Meinungsmacher? Und wird überhaupt Einfluss über Twitter ausgeübt? Als Anhaltspunkt dient die Anzahl der Follower. International wird die Rangliste von bekannten Celebrities wie Lady Gaga (26 Mio. Follower), Justin Bieber (23 Mio. Follower) und Katy Perry (21 Mio. Follower) angeführt. Wenn beispielsweise Justin Bieber twittert, dass seine Fans einfach sexy sind, hält sich die gesellschaftspolitische Relevanz jedoch sehr in Grenzen.

Belebter (Polit-)Diskurs

Eine deutlich wichtigere Rolle übernimmt Twitter bei politischen Ereignissen, etwa beim arabischen Frühling. Dort wurde das Netzwerk verwendet, um Demonstrationen zu koordinieren und Live-Berichte zu übermitteln. Reporter, wie der Nahost-Korrespondent Karim El- Gawhary, nutzen Twitter, um direkt vom Ort des Geschehens zu berichten. Als österreichischer Vorzeige- Twitterer gilt der ORF-Journalist Armin Wolf mit mehr als 51.000 Followern. Durch diese enorme Reichweite kann man von einem gewissen Maß an Einfluss auf die öffentliche Meinung ausgehen. Ein Beispiel für direkte Auswirkung
von Tweets auf ein aktuelles Ereignis gab es im Mai dieses Jahres: Die Tageszeitung Österreich
hatte in ihrer Online-Ausgabe einen Live-Ticker zum Begräbnis eines kleinen Buben, der von seinem Vater getötet wurde, eingerichtet. Das rief einen Sturm der Entrüstung auf Twitter hervor, auch viele Journalisten gaben ihren Unmut über diese pietätlose Aktion via Tweet bekannt. Innerhalb weniger Stunden reagierten zwei namhafte Werbekunden und verkündeten – ebenfalls über Twitter – die vorläufige Einstellung der Werbeschaltungen auf dem Online-
Angebot von Österreich. Die Nutzung des Kurznachrichten- Diensts durch Unternehmen zu
Marketingzwecken steckt in Österreich noch in den Kinderschuhen. Wie bei allen Social Media-Aktivitäten ist vor dem Start eine genaue Zieldefinierung wichtig. Es gilt u.a. zu klären: „Wen möchte ich erreichen?“ und „Was möchte ich meinen Followern bieten?“ Beispielsweise kann Twitter als Kanal zur Kommunikation von Produktneuheiten genutzt werden – hier spielt die Exklusivität der Informationen eine wichtige Rolle.

Marketing via Doppelkreuz

Eine brandneue Entwicklung sind sogenannte Hashtag-Seiten, die für Unternehmen angeboten werden. Ein Hashtag ist ein bestimmtes Stichwort, das mit einem Doppelkreuz (#) markiert wird, zum Beispiel #medianet. Der Hashtag wird direkt in den Tweet eingebunden, um die Suche nach Nachrichten zum selben Thema zu erleichtern. Als erste Seite dieser Art wurde die Präsenz der US-Rennserie NASCAR vorgestellt; darauf sind verschiedene Textmeldungen, Bilder und Videos zu sehen. So bekommen Firmen auch beim Kurznachrichtendienst die Chance, sic
ihren Kunden ausführlicher zu präsentieren. Es macht für Firmen also durchaus Sinn, Twitter als ergänzendes Marketinginstrument zu verwenden; dabei darf aber nicht planlos vorgegangen werden. Konkrete Ziele und ein detaillierter Ablaufplan sind sehr wichtig, um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein, damit das Gezwitscher auch sinnvoll ist.

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